Vorwort

 

Dieses Buch wurde in Zusammenarbeit mit meiner genialen Übersetzerin Dabi geschrieben. Sie übernahm die Kapitel in dem James T. Kirk und seine Mannschaft auftreten und ich übernahm wie gewohnt die Kapitel mit den Hamstern.

Die Zeitlinie gerät aus den Fugen als die Hamster das Weltall erobern. Ein historischer Moment lässt sie mit der Legende Kaptain Kirk und seiner Mannschaft zusammentreffen. Eine fremde Entität sucht den Kontakt zum Kapitän der Enterprise, um mit seiner Hilfe eine sternenverschlingende Singularität zu bekämpfen.

Eine aus Hamsterhausen kommende Karusselgondel kreuzt jedoch seine Flugbahn und somit landet die verzweifelte Entität in dem Körper des des schusselligen Bürgermeister und übernimmt Kontrolle über ihn. Wenig später übernehmen die Hamster Kontrolle über die Enterprise, während der Kaptain mit seinen Freunden McCoy, Scottie und Spock allerlei Abenteuer in Schottland erlebt.

Höhepunkt dieses Buches wird die Landung des Raumschiffs Enterprise in der Nähe des Loch Naver (Bild oben), Highlands, werden....

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AUF UND DAVON

Kapitel 1

Der Ausbruch aus der Irrenanstalt

 

 

"Er hat ein Trauma, ein schweres Schädeltrauma. Wir wissen nicht, was wir machen sollen. Er glotzt den ganzen Tag vor sich hin und brabbelt irgendwelchen Unsinn".

"Ja, und? Das macht er doch schon seit Jahren, und es ist bisher nie sonderlich aufgefallen. Was ist also nun daran so ungewöhnlich?"

Der Chefarzt des Allgemeinen Hamstischen Krankenhauses drehte sich langsam um. Er sah erneut auf den Krankenbericht, den er in den Pfoten hielt und kratzte sich am Kopf. Er hatte versucht, dem kranken Bürgermeister ein paar Fragen zu stellen, hatte den Versuch nach einigen Minuten jedoch angewidert abgebrochen. "Sind Sie mit ihm verwandt?"

Flecki starrte den Arzt mit empörtem Blick an, räusperte sich kurz und entgegnete entschieden: "Um Gottes Willen, nein. Wir sind Angehörige, allerdings ganz, ganz weit entfernte Angehörige. Außerdem sind wir nur auf Besuch hier."

Der Chefarzt nickte. "Womöglich ist eine Schocktherapie das einzige, was ihm helfen könnte. Doch sehen Sie selbst - er liegt zusammen mit Herrn Murksel in Zimmer 18."

Flecki, Goldi, Dodo, Hamstilidamst und Teeblättchen liefen den Flur entlang, bis sie die besagte Zimmernummer gefunden hatten. Flecki schob Dodo, der gerade an die Tür klopfen wollte, beiseite und drückte leise die Türklinke herunter.

"Nicht mit mir!" brüllte es ihnen entgegen. "Ich will ein anderes Zimmer, oder ich gehe nach Hause! Wenn der Kerl mich noch einmal fragt, wer ich bin, dann haue ich ihn..."

"Aber, aber, Herr Murksel", versuchte eine Krankenschwester zu beschwichtigen. "Der Doktor sagt, es ist wichtig für den Bürgermeister, dass jemand da ist, den er kennt und zu dem er Vertrauen hat."

"Dann nehmen Sie doch seinen Bruder, diesen Balthasar!"

"Nun", entgegnete die Schwester und senkte den Kopf, "der ist bereits letzte Woche entlassen worden."

"Dann holen Sie ihn zurück", brüllte der Bauleiter, "das kann doch nicht so schwer sein!"

Schwester Nursi zuckte mit den Schultern. "Wir haben bereits Kontakt mit seiner Sekretärin Dabi aufgenommen. Leider hat Fräulein Dabi keine Möglichkeit, ihn zu erreichen. Das letzte Lebenszeichen von ihm war eine Postkarte aus Neu-Guinea. Unglücklicherweise wollte er nach seiner Entlassung ohne fremde Hilfe versuchen, sich ein Flugticket zu besorgen. Nun haben wir den Salat."

Bauleiter Murksel drehte sich um und wollte gerade weiterschimpfen, als er seine Besucher erblickte. "Ah, Flecki, Goldi, Dodo, Hamstilidamst und Teeblättchen, wie schön, dass ihr gekommen seid. Ihr müsst mir helfen, hier herauszukommen!"

"Kann es sein, Bauleiter, dass du das gestern schon zu Sasie, Dasie, Tati, Tuffi und Trampel gesagt hast?" fragte Goldi mit einem breiten Grinsen.

"Das sagt er zu jedem Besuch", fügte der Chefarzt, der soeben das Zimmer betreten hatte, mit vorwurfsvollem Blick hinzu. "Doch das können wir nicht zu zulassen. Herr Murksel braucht viel Ruhe, er ist noch recht nervös."

"Ich bin nicht nervös, verdammt noch mal! Ich will nur diesen hirnrissigen Idioten los werden, ist das klar?" brüllte der Bauleiter, packte den Bürgermeister am Kragen und würgte ihn.

"Oh, mein Herr, wurden wir einander schon vorgestellt?"

"Hört ihr?" kreischte Murksel. "Der ist total dämlich ist der, ich haue dem die Glocke vom Hals, ich schmeiß ihn aus dem Fenster, ich..."

"Herr Doktor, Herr Doktor!!"

Eine weitere Krankenschwester betrat völlig aufgeregt das Zimmer. Ihr weißer Kittel war zerrissen, und sie sah recht zerzaust aus.

"Schnell, Herr Doktor, Gulasch-Frodo ist geflohen! Ich habe versucht, ihn aufzuhalten, doch er war zu schnell."

"Um Himmels Willen", keuchte der Chefarzt, "Gulasch-Frodo muss sofort wieder eingefangen werden. Schnell, Schwerster Nursi, rufen Sie die HAMPO und die HAMFE. Sie, Schwester Finchen, kommen mit mir und suchen im Keller."

"Gulasch-Frodo?" Hamstilidamst schaute seine Freunde fragend an. "War da nicht mal was mit dem?"

"Das solltest du vielleicht mal deinen Kumpel Goldi fragen", flötete Flecki. "Frodo war einer der Hamster, die bei der Feier mit der genialen Gulaschkanone dabei waren. Leider hatte er das Pech, zu dicht an der Kanone zu stehen, gurkenhammerstark. Seitdem neigt er zu Gewalttätigkeiten und dummen Streichen. In der Hamsterzeitung stand kürzlich ein Bericht über seinen letzten Ausbruch, habt ihr den gelesen?"

Die anwesenden Hamster schüttelten die Köpfe.

"Eine ganze Woche lang haben sie ihn gesucht. Er hatte sich in der Baubehörde versteckt und den Chef der Behörde des Bauamtes gefesselt und im Keller versteckt. Dann hat Gulasch-Frodo das Bauamt geleitet, und niemanden ist etwas aufgefallen."

"Na ja", warf Murksel kopfschüttelnd ein, "wo könnte sich ein Irrer auch besser verstecken als in der Baubehörde?"

"Erst als herauskam", fuhr Flecki fort, "dass ein Bauantrag für eine Unterwasser-Stromleitung genehmigt wurde, kam die Bauprüfungskommission auf die Idee, dass da etwas nicht stimmte."

"Der war eigentlich nicht schlecht, der Frodo", brummte Bauleiter Murksel, "immerhin hat er damals den Bau des neuen Parkhauses genehmigt."

In diesem Moment waren Sirenengeheul in der Ferne und Pfotengetrampel auf dem Flur zu hören.

"Schätze mal, die sind im Moment ganz gut beschäftigt", grinste Goldi. "Was meinst du, Bauleiter, wie wäre es mit einem kleinen Ausflug?"

Murksel fiel die Kinnlade herunter, und er starrte Goldi mit riesigen Knopfaugen an. "Ja", keuchte er, "ja, weg von hier! Je eher, desto besser. Ich halte das hier keinen Tag mehr aus mit dieser Schwachbirne."

"Aber das darf er doch nicht, die Schwester hat doch gesagt, und der Chefarzt hat doch gesagt, dass er Ruhe braucht!"

"Nennst du diesen Krach hier Ruhe, Dodo?" knurrte Goldi.

"Aber dann müssen wir den Bürgermeister auch mitnehmen. Vielleicht fehlt ihm nur die vertraute Umgebung!" rief Flecki, stieß Dodo an und deutete ihm, dem Bürgermeister aus dem Sessel zu helfen. Dodo packte ihn, warf ihn über seine Schulter und folgte den anderen zur Tür hinaus, während der Bürgermeister noch um eine Tasse Tee mit nur wenig Zucker bat.

Ohne irgendwelche Probleme gelang es den sechs Hamstern und dem, der getragen wurde, durch die Sicherheitssperren vor dem Krankenhaus zu kommen. Schließlich wurde ja nur ein flüchtiger Hamster gesucht und keine sieben. Ohne Hast und auffällige Bewegungen ließen sie das AKH hinter sich und erreichten den Marktplatz.

"Und nun? Was machen wir nun?"

"Du kannst ihn jetzt herunterlassen, Dodo!"

Es klatschte laut.

"Ein wenig vorsichtiger wäre netter gewesen, Dodo", fauchte Flecki und betrachtete nachdenklich und eingehend das Rathaus.

Goldi stellte sich neben sie. "Denkst du auch das, was ich gerade denke?"

"Ja", antwortete Flecki, "wir bringen ihn an seinen Arbeitsplatz. Da kann er am wenigsten Schaden anrichten, und dort sucht ihn auch keiner, jedenfalls nicht während der allgemeinen hamstischen Arbeitszeiten."

Kurz darauf saß der Bürgermeister wieder in seinem bequemen Arbeitssessel und betrachtete nachdenklich die Zimmerdecke. "Ein Blick ins Grüne, um das Herz zu erfreuen, das wäre schön", sprach er mit flackernden Augen.

"Blick ins Grüne? Kannst du haben", rief Goldi. "Die Wand muss weg! Warte, ich hole mal eben ein bisschen Spreng...."

"Du holst nichts!" rief Flecki. "Wir müssen subtiler vorgehen."

"Aber er trinkt doch nur Tee", warf Dodo ein.

Flecki glotzte ihn fassungslos an. "Was hat feinfühlig mit Tee zu tun?"

Dodo guckte ein wenig ratlos, bekam einen knallroten Kopf und stammelte, dass er wohl etwas falsch verstanden hätte.

"Unsere erste Frage sollte lauten: Was machen wir jetzt?" meldete sich nun Murksel, als es an der Tür klopfte. Ratlos blickten einander die Hamster an, und der Bürgermeister klatschte vor Freude in die Pfoten und bevor jemand es verhindern konnte, sang er laut: “Herein, herein, bring Sonnenschein!“

Die hamstische Polizei! Konnte es sein, dass man sie so schnell gefunden hatte? Der Bauleiter, der der Tür am nächsten gestanden hatte, war auf halben Weg stehen geblieben. Leider war er nicht schnell genug, um die Tür zuzuhalten und ein wenig Zeit zu gewinnen. Es war zu spät und langsam öffnete sich die Tür. Eine Hamsterdame mit zwei merkwürdigen Stöcken in den Pfoten trat ein.

“Willkommen, willkommen, wie ist Ihr werter Name?“

“Mein Name ist Mamsi und ich...“

’Wunderbar, wunderbar – sagte ich schon ‚Willkommen’? Möchten Sie eine Tasse Tee? Kann mal jemand den Tee bringen? Wie war Ihr werter Name?“

“Mamsi, und ich möchte...“

“Angenehm, sehr angenehm. Sagte ich schon ’Willkommen’? Wo bleibt der Tee?“

“Ich möchte keinen Tee. Ich möchte mich beschweren!“

“Mit oder ohne Zucker? Sagte ich schon ’Willkommen’? “

Mamsi sah den Bürgermeister mit solch einem durchdringenden Blick an, dass dem sofort das Grinsen verging. “Ich will keinen verdammten Zucker und keinen verdammten Tee. Dein Willkommen kannst du dir sonstwohin stecken! Ich will mich beschweren!“

“Aber, aber, meine Dame“, mischte sich nun Bauleiter Murksel ein, “der Bürgermeister ist ein wenig, äh, überarbeitet. Was können wir denn für Sie tun?“

Mamsi schnaufte kurz und drehte sich zu Murksel um. “Dieses Gerümpel auf dem Markplatz! Überall liegen Steine und Müll herum. Ich habe mich gerade eben beim Walken hingelegt, weil ich gestolpert bin!“

Der Bauleiter sah einen Moment zur Decke, während von Gold und Flecki ein leises Kichern zu hören war. “Tja, äh, dieser Bauschutt, der ist mir auch schon aufgefallen. Keine Ahnung, wer den da hingekippt hat. Selbstverständlich werden wir uns sofort darum kümmern, denn das ist ja wirklich ein öffentliches Ärgernis, nicht wahr, Herr Bürgermeister?“

“Öhm, ja, wirklich unangenehm, so ohne Zucker. Wie war noch Ihr Name?“

“Murksel“, knurrte es leise.

“Öhm, ja, Murkser, geben Sie der Dame doch ein paar von diesen Dingern, die hier auf dem Schreibtisch rumliegen.“

“Aber, Herr Bürgermeister, das sind die neuesten Sickel-Sonderprägungen in Gold...“

„Natürlich, natürlich, mein lieber, äh, Dings, wie war noch Ihr Name?“

Bauleiter Murksel antwortete nicht mehr auf die Frage des Bürgermeisters. Es galt jetzt, die aufgebrachte Hamsterdame schnell und unauffällig loszuwerden, bevor der ganze Schwindel aufflog. Er warf dem Bürgermeister einen abfälligen Blick zu, doch der spielte mit einem Bleistift und schien sich nicht angesprochen zu fühlen. Murksel nahm die Goldmünzen vom Tisch und überreichte sie der strahlenden Mamsi. Kurz darauf war die Hamsterdame verschwunden.

"Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, beim Futtern", rief Goldi. "Bürgermeister, du hast doch nichts dagegen, dass wir uns ein wenig in deiner Futterkammer umsehen?"

"Vielleicht sollten wir die anderen holen", schlug Tuffi vor.

"Gute Idee", brummte der Bauleiter, "dann mach dich doch schon mal auf den Weg."

Tuffis Laune war nicht die allerbeste, als sie das Zimmer verließ, um Sasie, Dasie, Tati und Trampel zu holen. Goldi hatte in der Zwischenzeit einige leckere Dinge gefunden, und so verkürzten sich die Hamster die Wartezeit, während der Bürgermeister einen nach den anderen nach dem Namen fragte.

"Werden wir jetzt eigentlich von der Polizei gesucht?" fragte Dodo, während er ein Stück Torte in den Mund schob. "Ich meine, weil wir jetzt doch das Gesetz gebrochen haben. Schließlich hat der Oberarzt doch gesagt...."

"Gesagt, gesagt. Mensch, Dodo, das war doch nur eine ärztliche Empfehlung. Außerdem sind die jetzt mit anderen Dingen beschäftigt."

"Selbst wenn das Ärger gibt", mischte sich Flecki ein, "dann verkleiden wir eben Goldi als Bürgermeister und schicken ihn ins AKH. Spätestens nach drei Tagen entlassen sie den freiwillig."

In diesem Moment öffnete sich die Tür, und eine keuchende Tuffi - gefolgt von Sasie, Dasie, Tati und Trampel - trat ein. Mit wenigen Worten erzählte ihnen Hamstilidamst, was passiert war. Minutenlanges Schweigen, dann sagte Trampel: "Wie wäre es mit einer Schocktherapie? Als ich mal beim Fensteröffnen aus dem 3. Stock gefallen bin, war ich auch völlig durcheinander. Ich stand auf der Straße und wusste nicht mehr, wer ich bin. Im nächsten Moment kam ein Blumentopf hinterhergeflogen, hat meinen Kopf getroffen, und ich war wieder normal."

"Der Arzt hat aber etwas von Schleudertrauma erzählt, da wird ein Blumentopf wohl nicht helfen", seufzte Teeblättchen.

"Ein Blumentopf wohl nicht, aber kräftiges Schleudern!" rief Goldi und betrachtete den Bürgermeister, der sich nun angeregt mit einer Topfpflanze auf seinem Schreibtisch unterhielt..

"Schaut mal, er muss etwas vom Trampels Erzählung mit dem Blumentopf mitbekommen haben! Wie wäre es denn mit einer Waschmaschine?" fragte Sasie hoffnungsvoll.

"Nicht kräftig genug", brummte Bauleiter Murksel.

"Zementmischer?" schlug Tuffi vor.

"Zu geringe Umdrehung."

"Aus einem fahrenden Auto werfen?" warf Goldi ein.

"Zu riskant."

"Mit einem Katapult hochschießen?" rief Hamstilidamst.

"Könnte klappen", überlegte Murksel. "Aber wo kriegen wir das her?"

"Der Turbokreisel!" rief Goldi. "Wir nehmen den Turbokreisel! Wir stecken ihn in die Kabine, volle Pulle Geschwindigkeit und dann ab in die Luft!"

"Das könnte wirklich klappen", jauchzte Murksel und hüpfte auf und ab.

"Aber wie soll die Kabine denn in die Luft kommen?" rief Sasie und zuckte mit den Schultern. "Jemand muss die doch losmachen."

"Und wie soll er landen? Der braucht einen Fallschirm für die Landung!" gab Tati zu bedenken.

"Stimmt, das müssen wir besser planen", sagte Flecki, "so geht das nicht, wir müssen ihm irgendwie helfen, denn alleine kriegt der doch nie einen Fallschirm auf."

"Wir fliegen mit", beschloss Murksel. "Wir haben schon ganz andere Dinge geschafft, und wenn wir zusammenhalten, werden wir das auch schaffen."

"Mein Cousin hat einen Fallschirm, aber den hat er noch nie benutzt, weil er Höhenangst hat. Ich besorge den Fallschirm!" rief Trampel begeistert

"Das ist doch alles ein bisschen gefährlich, lieber Bauleiter, müssen wir da wirklich alle mitmachen?"

"Ich sage es mal so, Tuffi, wer nicht mitmachen möchte - und ich habe dafür natürlich vollstes Verständnis -, der wird von mir neu eingekleidet und als Gulasch-Frodo durch Hamsterhausen rennen und Polizei, Feuerwehr sowie das AKH ablenken, habe ich mich klar ausgedrückt?"

"Okay, Chef, ich bin dabei. Wann geht es los?"

Es war weit nach Mitternacht, als elf Hamster zum Pleasure-Dome schlichen. Der größte von ihnen trug einen weiteren Hamster, der in seinen Pfoten einen Blumentopf hielt. Vor dem riesigen Turbokreisel blieben sie stehen. Ein Teil der Hamster kletterte gleich in die mit roten, blauen und gelben Kringeln bemalte Kabine, die die Form einer Raumkapsel hatte. Der andere Teil war mit Werkzeugen dabei, an der Verankerung der Kabine Änderungen vorzunehmen, während ein weiterer Hamster etwas an der Außenwand der Kabine befestigte. Dann verschwanden alle in der Kapsel.

"Alles klar, Leute?" flüsterte der Bauleiter. "Sind alle angeschnallt?"

"Ja", erklang es ebenso geflüstert von allen Seiten.

"Dann kann es ja losgehen", flüsterte Flecki.

"Warum flüstern wir denn?" fragte Goldi leise.

"Damit keiner mitbekommt, was wir vorhaben", erklärte Flecki mit gedämpfter Stimme.

"Aber wenn der Turbokreisel gleich losgeht, fliegen doch sowieso alle in Hamsterhausen aus ihren Betten, oder?" flüsterte Dodo.

"Das ist mir so was von scheißegal!" fauchte der Bauleiter. "Jetzt geht es los. Festhalten!"

In der Tat gab es im nächsten Moment niemanden in Hamsterhausen, der durch den nun folgenden Krach nicht aufgeweckt wurde. Mit ohrenbetäubenden Lärm begann sich der Turbokreisel zu drehen, immer schneller und schneller, bis ein hoher, konstanter Ton, der bereits die Schmerzensgrenze überschritten hatte, erreicht wurde.

"Ausklinken, Bauleiter, jetzt ausklinken!"

"Ich kann mich kaum bewegen, Flecki, die Fliehkraft ist zu stark!"

"Wusste ich es doch, er ist im Krankenhaus zu schlapp geworden!"

Mit einem wütenden Gebrüll reagierte Murksel auf Goldis Worte und probierte es noch einmal. Diesmal gelang es, und urplötzlich war der entsetzliche Lärm verschwunden, nur das ängstliche Fiepen der Besatzung war zu hören. Der entsetzliche Druck der Fliehkraft, der die Besatzung tief in ihre Stühle gepresst hatte, hörte urplötzlich auf und wurde durch eine angenehme Schwerelosigkeit ersetzt. Alle Hamster saßen angeschnallt in ihren Stühlen, das heißt, alle, bis auf einen.

"Dodo, du Idiot, warum hast du den Bürgermeister nicht am Stuhl festgeschnallt?"

"Aber, ich, äh, ich dachte, weil der doch therapiert werden soll...."

"Schöne Bescherung diese Sauerei, und wer soll das wieder saubermachen?" schimpfte Flecki und zeigte auf den Bürgermeister, der an der Wand der Kapsel lag und eine dicke Beule am Kopf hatte. Neben ihm lag der zerschmetterte Blumentopf.

"Scheinbar ist ihm der Gesprächsstoff ausgegangen..."

"Das ist überhaupt nicht witzig, Goldi", knurrte Flecki, "vielleicht ist jetzt unser ganzes Projekt im Eimer!"

"Aber das habe ich doch nicht gewollt", heulte Dodo, "ich habe doch bloß..."

"Schnauze jetzt", fauchte der Bauleiter, "wir sollten jetzt zusehen, dass wir den Fallschirm aktivieren. Tuffi, wo ist die Reißleine?"

"Am Fallschirm, Chef!"

"Das sind Reißleinen im Allgemeinen immer, Tuffi. Also, wo hast du die Reißleine befestigt?"

"Ähm, Chef, die Reißleine meinst du?"

Bauleiter Murksel lief tiefrot an. "Ich meine die verfluchte Reißleine von diesem verfluchten Fallschirm. Du solltest die verfluchte Reißleine so befestigen, dass wir sie vom verfluchten Fenster dieser verfluchten Kabine erreichen können! Hast du das gemacht?"

"Klar, Chef, natürlich, das habe ich..."

"Und?"

"Meinst du, Chef, dass das Klebeband gehalten hat? Ich hatte die Reißleine mit Tesa am Fenster festgeklebt."

"Wir müssen an die Scheißreißleine kommen, die ist nun ab. Marsch, raus mit dir und hole sie wieder!"

"Äh, Bauleiter Murksel", rief Flecki nun aufgebracht, "das halte ich für keinen guten Plan, Tuffi wird weggepustet wie nix!"

"Ach, ja? Unser jetziger Plan ist nämlich der, dass wir fliegen und fliegen werden, bis Fliehkraft und Schwerkraft sich ausgleichen, und dann, meine lieben Hamster? Was meint ihr wohl, was wir dann machen?"

"Äh, eine Party?"

"Tuffi, noch ein Wort und du bist die erste, die wieder in Hamsterhausen landet!" brüllte der Bauleiter.

"Öhm, Statusbericht, Erster Offizier!" ertönte in diesem Moment eine vertraute Stimme.

Die Hamster drehten sich erstaunt um und starrten auf den Bürgermeister. Er stand aufrecht neben dem zerschmetterten Blumentopf, hatte eine Pfote hinter seinen Rücken gelegt und zeigte mit der anderen auf den Bauleiter.

"Äh, ich bin Bauleiter, kein Offizier...." stammelte Murksel.

Flecki begriff als erste die Situation und trat einen Schritt vor. "Reparaturhamster Tuffi hat die Rettungsleine falsch befestigt. Wir werden abstürzen, Herr Bürgermeister."

"Tja, äh, sozusagen traurig, wirklich traurig. Welche Besatzungsmitglieder sind anwesend?"

Flecki nannte die Namen der anwesenden Hamster und der Bürgermeister nickte kurz. Dann hob er den Kopf und fuhr mit fester Stimme fort: "Als euer Commander sage ich euch jetzt, dass wir schon weitaus gefährlichere Socken, äh, Sachen erlebt haben, und dass wir auch aus dieser Dings-Sache wieder heil herauskommen werden. Entscheidend ist, wie ich bescheiden feststelle, dass wir das notwendige Tirili, äh, Tririllium von dem Planeten der Moosbiber besorgen, damit unser Freund überleben kann."

"Welchen Freund meinst du, Bürger..., äh, Commander?", stammelte Hamstilidamst.

Der Bürgermeister-Commander verschränkte nun beide Pfoten hinter dem Rücken und trippelte ein paar Schritte hin und her. "Öhm, selbstverständlich meine ich unseren Dings, äh, vegetarischen Freund vom Beta-Geranien-System, der sich auf unseren Dings-Planeten verirrt hat. Wenn er nicht bald genügend Tririllium bekommt, wird er sterben und mit ihm wird unsere gesamte Galaxis vernichtet!"

"Ey, echt mal was Neues", flüsterte Goldi und handelte sich sofort einen strengen Blick des Bürgermeister-Commanders ein.

"Irgendwelche Vorschläge, Goldi?"

"Wir könnten das Gemüse aus dem Fenster schmeißen, dann hat es frische Luft, und es geht ihm gleich viel besser!"

"Bist du denn sozusagen gewissermaßen Experte für exoterrestische Lebewesen?"

"Nö, eher Experte für Futter."

"Gut, Goldi, du wirst hiermit von mir kraft meines Amtes zum Koch dieses Raumschiffs ernannt und.... öhm, was gibt es, Erster Offizier?"

"Er wird uns alles wegfressen, Commander!"

"Dann treffe ich hiermit die Entscheidung, dass der dicke und der kleine Dings dort das Sicherheitsteam bilden, das so etwas verhindert. Ihr seid für die Sicherheit auf diesem Schiff verantwortlich!"

Dodo und Trampel glotzen einander verblüfft an.

"Und was ist mit mir?" fragte Hamstilidamst. "Ich zum Beispiel kann Karten lesen."

"Ah, ein Navigator!", krähte der Bürgermeister. "Und du, Bauleiter, wirst der, äh, Maschinist sein, Tuffi ist dein Assistent."

"Und was ist mit uns?" riefen nun Sasie, Dasie, Tati und Teeblättchen im Chor.

"Schnauze halten!" brüllte Murksel urplötzlich. "Wenn uns nicht bald etwas einfällt, dann kannst du dir deine Besatzung vom Marktplatz in Hamsterhausen abkratzen, du durchgeknallte Pfeife! Statt hier dumm rumzulabern..."

"Sicherheitsteam - nehmen sie diesen Masochisten, äh, Maschinisten, fest. Er ist bis auf weiteres..... öh, wieso ist das hier so heiß?

Die Hamster blickten entsetzt auf die Kabinenwände. Es war in der Tat in den letzten Minuten immer heißer geworden, und ein Geruch von geschmolzenem Stahl lag in der Luft. Mit ihren großen Knopfaugen starrten sie auf den Bürgermeister-Commander, der sie lässig anlächelte. "Tja, äh, wie soll ich sagen, öhm, ich habe noch nie ein Raumschiff verloren, meine Damen und Herren. Scheinbar ist es heute das erste Mal."

Dann brach Panik unter den Hamstern aus.

 

Weiter: Auf und Davon (Kapitel 02) - Die Enterprise