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Hamsterblatt -
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Ausgabe Nr. 3 |
Hamsterhausen feiert Weihnachten
Lesen sie alles über die neue Katastrophe! Hamsterhausen ohne Strom, echt toll!
Weihnachten ist, wenn man trotzdem feiert, oder so ähnlich...

Mühsam kämpften sie sich durch den hohen
Schnee und ihre kleinen Pfoten hinterließen winzige Abdrücke. Im
Rathaus saß der Bürgermeister am warmen Ofen und schrieb seine
Weihnachtsrede. Er sah durch das Fenster hinaus zum Marktplatz. Dort
herrschte große Aufregung, denn ein paar Hamster vom "Technischen
Hamster-Überwachungsverein" versuchten, einen riesigen Tannenbaum
mitten auf dem Marktplatz aufzubauen.

Der Bürgermeister seufzte, denn inzwischen war
es dem THÜV noch nicht gelungen, den Tannenbaum so aufzustellen, dass
er stehen blieb. Im Gegenteil, die kaputten Dächer der umstehenden
Häuser und die zerstörten Marktbuden wiesen auf mehrere Fehlschläge
hin.
In sicherer Entfernung hatte die HAMFE ihren Feuerwehrwagen
aufgestellt, um notfalls eingreifen zu können. Aus purer Langeweile
spielten einige Feuerwehrhamster mit dem Wasserschlauch und das hatte
zur Folge, dass der Marktplatz durch das gefrorene Wasser spiegelglatt
und das Aufstellen des großen Tannenbaums dadurch noch schwieriger
wurde.
Auch die Polizeihamster der HAMPO waren anwesend, falls es
Schwierigkeiten zwischen THÜV und HAMFE geben sollte. Etwas weiter
standen die Kameraleute vom Hamsterhusischen Fernsehen HUF 1 um
Livebilder bringen zu können, falls THÜV und HAMFE eine Klopperei
anfingen und die Polizei eingreifen würde.
Der Bürgermeister nahm den Zettel mit seiner Rede in die Pfoten und las
alles noch einmal durch, während er langsam auf den Balkon hinaus ging.
Die frische, kalte Luft tat gut.
Gerade kam ihm eine tolle Idee für seine Rede, als ihn laute Schreie
aus den Gedanken rissen. Er hob den Kopf und sah etwas Großes, Grünes
auf sich zukommen. Für diesen Tag war es das Letzte, was der
Bürgermeister sah. Nachdem die HAMFE ihn unter dem großen Tannenbaum
herausgezogen hatte, wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo ihm erst
einmal die Tannennadeln aus dem Fell gezogen wurden.

Genau zu diesem Zeitpunkt saß Tuffi traurig in einer Ecke des
Technischen Hamster-Überwachungsvereins. Tuffi war ein Reparaturhamster
3. Klasse und träumte davon, eines Tages ein Reparaturhamster 2.
Klasse, wenn nicht sogar 1. Klasse zu sein. Während sie das Büro des
THÜV fegte, kamen ihre Kollegen von einem Einsatz zurück und Tuffi
lauschte mit großen Augen und klopfendem Herzen ihren tollen
Erlebnissen.
".... Und dann ist der riesige Tannenbaum auf den Balkon des Rathauses
gestürzt", hörte sie Murksel sagen. "Dann wollten die Idioten von der
HAMFE mit ihrem Feuerwehrwagen losfahren, um den Tannenbaum weg zu
schieben und sind mit ihrem Fahrzeug ins Rutschen gekommen. Dabei haben
sie das Rathaus gerammt und deshalb müssen wir noch einmal los."
In diesem Moment klingelte das Telefon und Murksel hob den Hörer ab.
"Technischer Hamster-Überwachungsverein!", hörte Tuffi ihn sagen. Kurz
darauf legte Murksel auf und sagte: "Die Stromwerke haben ein Leck in
der Heizung. Das muss warten, wir haben Wichtigeres zu erledigen."
Tuffi räusperte sich und Murksel sah zum dem Reparaturhamster 3. Klasse
hin. "Wie wäre es, du kümmerst dich darum? Aber wehe, du fällst wieder
in einen Guly!"
Tuffis Herz raste vor Aufregung.
"Ja, äh, Nein!", war alles, was sie hervor brachte.
Während Murksel mit den anderen Hamstern wieder Richtung Rathaus
verschwand, sammelte Tuffi die wichtigsten Werkzeuge wie Pümpel,
Schneidbrenner und Hammer zusammen und machte sich auf den Weg zu den
Stromwerken. 
Nachdem Tuffi sich vier Mal verlaufen hatte, stand sie nun endlich vor
dem Eingang der Hamstischen Stromwerke. Sie verlief sich zunächst in
der Kantine, danach landete sie im Klo, doch schließlich fand Tuffi das
Büro, in dem sie sich melden sollte.
"I-ich komme um die Heizung zu reparieren", stotterte sie unsicher.
"Moment", entgegnete eine vornehm aussehende Hamsterdame, die gerade damit beschäftigt war, ihr Fell zu bürsten.
"Hallo?" flötete die Hamsterdame in ein Telefon, "Der Wartungshamster ist da."
Dann lauschte sie einen Augenblick dem Telefon, legte auf und sagte zu Tuffi:
"Warten sie bitte, lieber Wartungshamster."
Aufgeregt wartete Tuffi, dann öffnete sich eine Tür und ein Hamster winkte sie herein.
"Warten sie bitte hier", hörte Tuffi, während der Hamster in ein Nebenzimmer ging.
Tuffi seufzte, setzte sich auf einen Stuhl und sah sich um. Als sie die
Bilder an den Wänden betrachtete, überprüfte sie ihr Werkzeug. Den
Pümpel stellte sie neben eine Blumenvase auf einem kleinen Tisch, der
am Fester stand und untersuchte die Rohrzange eingehend. In diesem
Moment wurde die Nebentür geräuschvoll geöffnet und ein Hamster im
grünen Overall trat ein. Vor Schreck fiel Tuffi die Rohrzange auf die
Pfoten und sie schrie jämmerlich.
Sofort kam der Hamster im Overall herbei, hob die schwere Rohrzange auf
und gab sie Tuffi mit den Worten "Sie haben etwas verloren! Sind sie
der Wartungshamster?" fuhr er fort,
"Ja, und sind sie der Besitzer der Stromwerke?", fragte Tuffi und rieb sich die schmerzende Pfote.
"Nein", kam die Antwort, "ich gehöre zur Sicherheitsabteilung. "Die ist
sehr wichtig", fügte er stolz hinzu, nickte Tuffi zu und wies auf die
nächste Tür.
"Bitte folgen sie mir", sagte er und öffnete eine weitere Nebentür.
Tuffi ging durch die Tür und hörte den Sicherheitshamster rufen:
"He, sie haben ihren Pümpel vergessen. Moment, ich hole ihn!"
Im nächsten Augenblick war ein Poltern und das Scheppern einer Blumenvase zu hören.
"Oh, der doofe Pümpel klebte am Tisch fest", stellte der
Sicherheitshamster fest, doch Tuffi interessierte das nicht. Sie nahm
ihm den Pümpel aus der Hand und ging ins nächste Zimmer.
Dort stand wieder ein Hamster in einem grünen Overall.
"Guten Tag, Sicherheitsabteilung", stellte er sich vor.
"Sie sind der Wartungshamster? Bitte warten sie hier", fügte er hinzu und verließ das Zimmer.
Tuffi seufzte, setzte sich hin und überprüfte weiter ihr Werkzeug.
Wieder stellte sie den Pümpel auf einen Tisch, auf dem ebenfalls eine
große Blumenvase stand.
Vorsichtig legte sie die Rohrzange daneben und schaute in die
Werkzeugtasche. Ja, da waren sie, die Schraubendreher. Aber wo waren
die Rohrschellen? Tuffi wollte gerade weiter suchen, als die Tür
aufging und ein Hamster in einem blauen Overall erschien.
"Sie sind der Wartungshamster? Bitte warten sie hier", nickte er Tuffi zu und verschwand.
Als Tuffi, inzwischen schon etwas genervt, nach ihren Rohrschellen
suchte, erschien der Sicherheitshamster mit dem blauen Overall und
rief: "Folgen sie mir bitte!"
Während Tuffi ihre Tasche wieder einpackte, ging der Sicherheitshamster
zum Tisch, zeigte auf den Pümpel und sagte: "Ich helfe ihnen, das
Werkzeug zu tragen!"
Noch bevor Tuffi etwas sagen konnte, klirrte und schepperte es und sie
machte, dass sie in das nächste Nebenzimmer kam. Dort stand ein Hamster
in einem roten Overall und begrüßte sie, während der Hamster im blauen
Overall den nassen Pümpel hinterher brachte.
"Stellen sie das nasse Werkzeug auf den Tisch", sagte der rote Hamster
zum blauen und zeigte auf einen kleinen Tisch mit einer großen
Blumenvase. Dann wandte er sich an Tuffi.
"Sie sind der Wartungshamster? Bitte warten sie hier." Er verschwand durch eine Nebentür.
"Ja, ja, natürlich warte ich hier, ich habe ja nichts Anderes zu tun",
dachte Tuffi empört und kramte weiter in ihrer Tasche auf der Suche
nach den Rohrschellen.
Nach einigen Minuten wurde die Tür aufgerissen, der Hamster im roten
Overall trat ein und rief: "Folgen sie mir bitte, ich nehme schon mal
ihr Werkzeug."
"Moment!" rief Tuffi entsetzt, doch der Sicherheitshamster hatte schon den Pümpel ergriffen, es klirrte und schepperte.
"Moment was?", fragte der Sicherheitshamster verwirrt.
"Ach, nichts", entgegnete Tuffi und folgte ihm in das nächste Zimmer.
Dort saß der Direktor der Stromwerke und strahlte Tuffi freudig an.
"Ah, schön, dass sie endlich da sind, bitte setzten sie sich und warten einen Moment!"
Während der Sicherheitshamster den Pümpel auf den Tisch des Direktors stellte, wühlte der auf seinem Schreibtisch herum.

Exklusivbild: Tuffi bei der Mittagspause
"Wo ist der Zettel mit meiner Rede? Ich habe ihn doch eben noch gehabt!"
"Äh, Herr Direktor", wand der Sicherheitshamster ein, "das ist bloß der Wartungshamster!"
"Tja, dann muss der Wartungshamster noch etwas warten, deshalb heißt er
ja auch Wartungshamster!" Der Direktor lachte laut über seinen Witz und
durchsuchte weiter seinen Schreibtisch. Nach ein paar Minuten hatte er
seinen Zettel gefunden und wandte sich nun der total verärgerten Tuffi
zu.
"Was ist das?" fragte er und zeigte auf den Pümpel.
"Ein Gerät zum Unterdruck erzeugen", erklärte Tuffi.
"Interessant", brummte der Direktor und drückte den Stiel hin und her.
"Wo legt man den ersten Gang ein?"
Tuffi drehte genervt die Augen. "Den muss man in die Hand nehmen", grummelte sie.
Der Direktor zog an dem Pümpel, doch der klebte fest am Schreibtisch.
Der Direktor verdoppelte seine Anstrengungen, doch der Pümpel wollte
sich nicht rühren.
"Sicherheitshamster!" rief er wütend. Sofort öffnete sich die Tür, 4 Hamster erschienen und sahen ihn fragend an.
"Geben sie mir dieses Gerät!" sagte er und zeigte auf den Pümpel.
Sofort griffen acht Pfoten nach dem Pümpel und ein wildes Gezerre
folgte. Auch der Direktor zog und half mit.
Es dauerte nicht lange und der Schreibtisch brach zusammen.
"Geschafft," jubelte der Direktor, "er ist ab!" Er stieg über die Reste
seines Schreibtisches, nahm den Pümpel in die Hand, betrachtete ihn und
gab ihn Tuffi.
In diesem Moment kam die Dame, die Tuffi vorhin schon getroffen hatte, herein.
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"Herr Direktor", flötete sie, "die Hamster von der Stromplanung sind da!"
"Tja", sagte der Direktor und zeigte auf die Heizung, "das Ding da
leckt, sie können mit der Wartung beginnen!" Dann verließ er mit der
Dame und den 4 Sicherheitsbeamten den Raum. Tuffi atmete tief durch,
endlich konnte sie zeigen, was in ihr steckte.
In der Zwischenzeit herrschte auf dem Marktplatz das blanke Chaos. Bei
dem Versuch, mit dem Feuerwehrwagen den Tannenbaum aus dem
eingestürzten Rathaus heraus zu ziehen, war der Feuerwehrwagen ins
Rutschen gekommen und zwar genau in die Polizeiwagen der HAMPO. Darauf
hin nahm die HAMPO sämtliche Feuerwehrleute fest. Während der THÜV
unter der Leitung von Murksel nun wenigstens begann, den spiegelglatten
Marktplatz zu streuen, standen die Besitzer der Marktbuden herum und
sahen zu. Flecki, die eine Bude für selbst gemalte Weihnachtssterne
besaß, war der Ansicht, dass es besser sei, den großen Tannenbaum dort
liegen zu lassen, wo er war. "Wenn der Baum nämlich im Rathaus liegt,
kann er keinen Schaden mehr anrichten." Goldi war anderer Ansicht:
"Wenn wir eine Rakete an der Spitze des Tannenbaums befestigen und sie
zünden, dann richtet sich der Baum von alleine auf!"
Muffel und Purzel, die gerade daneben standen, waren begeistert von der
Idee und liefen zu Bauleiter Murksel, um ihm Goldis Idee zu erzählen.
"Ich habe ein sehr, sehr ungutes Gefühl bei der Sache", jammerte Flecki, "wir werden alle dabei drauf gehen!"
"Was du wieder hast", brummte Goldi, "das wird schon klappen."
Während er das sagte, begann der Technische Hamster-Überwachungsverein
mit den Vorbereitungen. Die Hamsterpolizei und die Feuerwehr hatten
ihren Streit vergessen und waren hinzu geeilt, um zu helfen. Die HAMFE
besorgte eine große Rakete aus ihren Vorräten und der THÜV zündete sie
an, nachdem sie an der Spitze des Tannenbaum befestigt worden war. Dann
war es soweit: es zischte laut und die Rakete zündete. Zunächst sah
alles ganz toll aus, denn der Baum hatte sich aufgerichtet, doch leider
hob er sich dann weiter in die Luft und flog immer höher und höher. Die
Gesichter der Hamster dagegen wurden lang und länger.

"Das war es dann wohl mit Weihnachten", stellte Flecki fest.
"Vielleicht nicht", antwortete Goldi, '"ich glaube der Baum kommt zurück!"
"Deckung, geht in Deckung!" schrie Purzel und alle Hamster rannten
aufgeregt durcheinander. Kurz darauf krachte es laut und der riesige
Tannenbaum stürzte mitten auf den Marktplatz. Tannennadeln flogen wie
Pfeile durch die Luft und es war lautes Gejammer zu hören. Flocki, die
sich schützend auf ihre selbst gebackenen Pfannkuchen geworfen hatte,
ließ sich von Muffel wieder auf die Beine helfen. Vorne war sie voller
Pfannkuchenteich, hinten voller Tannennadeln. "Wenigstens ist meine
Bude stehen geblieben", seufzte sie und sah zu ihrer Cousine Flecki und
rief: "Ist deine Marktbude heil geblieben?"
"Keine Ahnung", antwortete Flecki, "das kann ich erst sagen, wenn ich sie wieder gefunden habe."
Nun standen alle Hamster zusammen und überlegten, was zu tun war. Ganz
Hamsterhausen war mit einer grünen Schicht überzogen - mit
Tannennadeln. HAMFE und THÜV hatten ihre gewohnte Klopperei begonnen,
und die HAMPO warf wie immer mit Sonnenblumenkernen. Dann wurde
beschlossen, gemeinsam aufzuräumen. Alle packten mit an und warfen Müll
und Gerümpel auf einen Haufen. Gerade, als der Marktplatz wieder wie
ein Marktplatz aussah, fuhr ein Wagen vor. Es war der Bürgermeister,
der nach einer kurzen Behandlung aus den Krankenhaus kam.
Voller Freude sah er den Müllberg und humpelte auf ihn zu. "Meine lieben Hamster", rief er den Umstehenden zu, "wie lieb von euch, dass ihr mir ein Podium aufgebaut habt, damit ich eine Rede halten kann. Zufällig habe ich meine Weihnachtsrede dabei." Dann krabbelte er auf den wackeligen Müllberg.
"Wieso Weihnachtsrede?", fragte Flecki, "das ist doch noch nicht soweit, der spinnt doch."
"Naja", grinste Goldi, "immerhin hat er ja einen Weihnachtsbaum auf den Kopf bekommen."
Der Müllberg wackelte bedenklich, als der Bürgermeister oben angekommen
war und mit seiner Rede begann. Bauleiter Murksel erkannte die drohende
Gefahr und drängelte sich durch die Menge der zuschauenden Hamster
vorwärts, winkte und rief: "Herr Bürgermeister, Herr Bürgermeister..."
Nun fingen alle umstehenden Hamster an, ebenfalls zu winken und zu
rufen, denn sie dachten, Murksel wollte den Bürgermeister anfeuern. Der
Müllberg mit dem Bürgermeister wankte hin und her, die Hamster riefen und klatschten immer lauter,
während Murksel seine Augen schloss. Dann kippte der Müllberg krachend
zur Seite, während die Hamster auf dem Marktplatz "Frohe Weihnacht,
Herr Bürgermeister!" riefen.

Exklusivbild! Bürgermeister mal wieder im Krankenhaus! Und wer muss das bezahlen? Wir natürlich!
Es dauerte einige Zeit, bis der total verdreckte Bürgermeister aus dem Müllberg hervorgeholt wurde.
Während es also auf dem Markplatz hoch her ging, hatte Tuffi ihre
Rohrschellen wiedergefunden. Sie waren mit dem Butterbrot und den
Sonnenblumenkernen zusammen eingewickelt. Tuffi betrachtete die Heizung
und fand auch schnell das Leck. Sie nahm ein Stück Klebeband und
begann, die Heizung abzudichten. 3 Stunden später leckte die blöde
Heizung immer noch, also nahm der total genervte Hamster den
Schneidbrenner und zündete ihn mit einem Feuerzeug an. Nachdem Tuffi
den halben Teppich abgefackelt hatte, machte sie eine Pause, holte ihr
Essen heraus und überlegte. "Wenn eine Leitung leckt, dann liegt es
vielleicht daran, dass der Druck zu hoch ist!", kam es ihr in den Sinn.
Aber wo war der Hauptanschluss für diese Heizung? Am Besten war es
wohl, den Heizungsrohren zu folgen, irgendwo musste ja der Anfang sein.
Nach einem zweistündigen, erfolglosen Rundgang saß Tuffi wieder vor
ihrem Leck und versuchte es mit einer Rohrschelle. Auch das half nicht,
also nahm sie den Hammer und versuchte, das Leck durch gezielte
Hammerschläge abzudichten.
Das Leck wurde größer und größer. Verzweifelt versuchte sie es wieder mit dem Schneidbrenner, doch das ausströmende Wasser löschte die Flammen des Gasbrenners. Tuffi warf den zischenden Schneidbrenner in die Ecke und stopfte mit dem Teppich das größte Loch in der Heizung.
"Na also", dachte sie, "ich bin fast schon fertig. Dann ging zu zur Tür
und lief auf den Flur hinaus, um irgend jemanden nach ein paar
trockenen Tüchern zu fragen. Es war jedoch niemand mehr da, alle hatten
schon Feierabend gemacht und waren nach Hause gegangen. Da kam Tuffi
auf die Idee, noch einmal in den Keller zu gehen und dort nach zu
gucken, ob sie nicht doch noch die Hauptleitung finden würde. Im Keller
war es dunkel und unheimlich.
"Ganz ruhig", dachte Tuffi, "nur keine Panik. Es ist ja nur ein ganz normaler Keller und im ganzen Haus ist niemand. Es kann also nichts passieren, nur keine Panik, immer schön ruhig bleiben und.... PANIK, KINAP, EFLIH!" schrie sie und wollte zur Kellertür hinaus rennen. In ihrer Panik rannte sie gegen einen Schaltkasten, riss ein paar Schalter heraus, stolperte über ein paar Stromkabel, riss auch die heraus und versteckte sich in einem Seitengang.
Es war noch dunkler als vorher im Keller geworden und Tuffi hatte nur einen Gedanken, nämlich dass sie zu ihrem Arbeitsplatz zurück kam, um das Leck abzudichten und nach Hause zu gehen.
Auf dem Marktplatz sah es inzwischen etwas weihnachtlicher aus: Purzel hatte einen Stand für Weihnachtsbäume aufgemacht, Flecki hatte ihren Serviettenstand schön geschmückt, Goldi half Flocki bei den Pfannkuchen. Ein paar Stände weiter saß Muffel und verkaufte Osterhasen. Natürlich würde selbst ein Hamster nicht auf die Idee kommen, sich Osterhasen zu Weihnachten zu kaufen. Genau das wusste Muffel und deswegen hatte er einen Stand mit Osterhasen, er wollte Ruhe haben und keine nervigen Kunden. Purzel hatte einen Schreibwarenstand eröffnet. Nachdem ihm aber eingefallen war, dass die meistens Hamster sowieso nicht lesen oder schreiben können, verkaufte er die Schreibsachen als Malsachen.
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Purzels Malkurs! Nur 3 Sickel! Na gut, 2 Sickel. Oder einen? |
Wunderschöne Geschenke und mehr... |
...von einem Sickel bis 100 Sickel, alles da! |
Bei Flocki's Stand gab es Stress, denn Goldi hatte schon 3 Pfannkuchen
verschlungen, aber noch keine selbst gebacken. Flocki machte ihm klar,
dass es für ihn keine Pfannkuchen mehr gab, wenn er nicht mithelfen
würde, welche zu backen. Darauf hin verschwand Goldi und kam mit seinem
Freund Knödel und einem komischen Gerät zurück. Dann schraubten und
hämmerten die beiden und zeigten der staunenden Menge ihre Erfindung.
Das erste vollautomatische Pfannenkuchenbackgerät. Es bestand aus einem
riesigen Eisenteller, der sich langsam drehte. Unter dem Teller war ein
Gaskocher, dessen Flamme den Eisenteller erhitzte. Daneben stand ein
riesiger Trichter, in dem sich eine Rührmaschine befand.
"Haben wir aus einem alten Betonmischer zusammengebaut", erklärte Knödel.
"Habt ihr den denn wenigstens sauber gemacht?", wollte Flocki wissen.
Goldi grunzte nur als Antwort und begann, Eier, Mehl und Milch in den
riesigen Trichter zu kippen. Dann ließ er den Mixer an, ging zum
Gaskocher und zündete ihn an. Der Teller drehte sich langsam und bald
tropfte aus dem Trichter die erste Ladung Teig auf den Eisenteller.
"Na also", jubelte Goldi, "es funktioniert! Wir haben soviel Teig eingefüllt, das reicht bis nächstes Weihnachten!"
Alle Hamster sahen staunend zu, wie nun eine Ladung Teig nach der
anderen auf dem heißen Eisenteller landete, gebacken wurde und von
Flocki und Knödel mit einem Pfannenwender abgenommen und als
Pfannkuchen auf Pappteller verteilt wurde.
"Genial, was?", triumphierte Goldi und haute übermütig auf die
Maschine. Das hätte er besser nicht machten sollen, denn der Motor
begann zu stottern, blieb kurz stehen und drehte sich mit 10-facher
Geschwindigkeit weiter.

"Mist", rief Knödel, "die Geschwindigkeitsregulierung ist ausgefallen!"
Flecki, die daneben stand und gerade den Mund öffnete, um zu spotten, bekam einen Pfannkuchen mit solcher Wucht zwischen die Zähne geschossen, dass sie einen Salto rückwärts drehte und zwischen Muffels Osterhasen flog.Der nächste Pfannkuchen traf Purzel, es klatschte laut und der arme Hamster kullerte in den Stand mit den gebrannten Sonnenblumenkernen. Es klatschte noch einmal und Flocki flog kreischend durch die Luft. Dann klatschte es noch einmal und Knödel sauste durch die Luft.
Goldi starrte entsetzt auf die durchgedrehte Maschine, sein Herz
klopfte rasend und er wollte zur Maschine rennen, um sie abzustellen,
doch 2 Pfannkuchen trafen ihn kurz hintereinander und er flog in hohem
Bogen über den Markplatz und landete genau auf einem Feuermelder. Es
krachte laut und der Feuermelder begann zu heulen, während Goldi sich
den dröhnenden Schädel hielt. In der Zwischenzeit versuchte Flocki
verzweifelt, zu ihrem Pfannenkuchenstand zu gelangen, doch immer wieder
wurde sie von tief fliegenden Pfannkuchen erwischt, die wie Geschosse
über den Marktplatz sausten. Flecki ging die Sache etwas schlauer an,
nahm einen Regenschirm und näherte sich der wild gewordenen Maschine.
Tatsächlich schaffte sie es, bis auf wenige Meter heranzukommen, doch
dann erwischte ein besonders tief fliegender Pfannkuchen ihre Beine und
sie flog der Länge nach hin. Als sie den Kopf hob, um die Lage zu
peilen, klatschte ihr der nächste Pfannkuchen ins Gesicht.
"Die Feuerwehr kommt", rief Purzel, "wir sind gerettet!"
"Da bin ich mir nicht so sicher", stöhnte Flecki und krabbelte in Sicherheit.
Die HAMFE erkannte gleich, wo der Feind stand und sofort wurden die Wasserschläuche herausgeholt und der Kampf gegen die Pfannenkuchenmaschine begann. Zunächst sah es gut aus für die Feuerwehrhamster, doch dann vermischte sich der Teig mit dem Löschwasser und es begann eine wilde Rutschpartie. Durch den Wasserdruck in den Schläuchen wurden die Hamster im Kreise herum gewirbelt und solange im Kreise gedreht, bis sie laut "Eflih!" schreiend das Weite suchten. Auch die HAMPO, die in der Zwischenzeit angerückt war, wusste keinen Rat. Gegen diesen Gegner halfen eben keine Sonnenblumenkerne. Selbst der THÜV stand hilflos daneben, bis Goldi zu Flecki meinte:
"Wir sollten Raketen einsetzen!"
"Bist du blöd?", entgegnete Flecki, "Die Pfannkuchen werden uns die Raketen um die Ohren...",
doch weiter kam sie nicht. Begeistert jubelten die umstehenden Hamster
über diese Idee. Das Aufbauen und Ausrichten der Raketen dauert nicht
lange; dann gab Murksel das Kommando:
"Feuer frei!"
Fauchend jagte die erste Rakete in Richtung der Pfannenkuchenmaschine,
dann die zweite und sofort hinterher die dritte. Gespannt verfolgten
die Hamster mit lauten "Arruh, Arruh"-Rufen den Flug der gefährlichen
Geschosse, die sich in rasender Geschwindigkeit ihrem Ziel näherten.
Dann geschah das, was Flecki befürchtet hatte: die fliegenden
Pfannkuchen kreuzten die Flugbahn der Raketen und änderten deren
Flugrichtung. Aus den Hurra-Rufen der Hamster wurden nun Eflih-Schreie
und sie flüchteten in alle Richtungen.
Die Flugbahn der ersten Rakete wurde nach Oben abgelenkt; sie flog
steil in die Luft und landete krachend im Rathaus. Die zweite Rakete
flog auf den Schulhof der Tabsy-Husen-Schule, wo sich zum Glück niemand
aufhielt. Die dritte Rakete hatte ihr Ziel fast erreicht, bevor sie von
mehreren Pfannkuchen zur Explosion gebracht wurde.
Verzweifelt versuchten HAMFE, THÜV, HAMPO und alle Einwohner von Hamsterhausen, ihre Stadt und vor allem ihre Häuser gegen die Geschosse zu schützen.
"Wenn das so weiter geht, werden alle Häuser von den Pfannkuchen zum Einstürzen gebracht", jammerte Bauleiter Murksel und selbst dem Bürgermeister fiel in diesem Moment nichts ein.
Tuffi, die von all den Dingen nichts mitbekam, tapste weiterhin völlig
verängstigt durch die dunklen Keller der Hamstischen Stromwerke.
Vorsichtig schlich sie sich von Gang zu Gang und immer wieder plagte
sie die Vorstellung, dass sich im nächsten Moment ein hamsterfressendes
Monster aus dem Dunkeln auf sie stürzen würde.
"Wenn ich doch bloß eine Rohrzange mitgenommen hätte", dachte sie verzweifelt und tastete sich an der Wand entlang bin hin zum Ausgang.
"So werde ich nie ein Reparaturhamster 2. Klasse", dachte Tuffi
traurig, während sie ängstlich durch das dunkle Treppenhaus schlich und
den Treppenaufgang erreichte. Die Treppe verlief in einem Halbkreis und
während sie die Stufen nach Oben ging, hörte sie Lärm vom Markplatz
her. Sie öffnete ein Fenster des Treppenhauses und sah traurig hinaus.
Es klang so, als hätte ihre Freunde schon mit dem Feuerwerk begonnen.
"Ja, feiert ihr nur", rief sie zum Fenster hinaus in Richtung Marktplatz, "ich, Tuffi, Reparaturhamster 3. Klasse werde meine Pflicht erfüllen bis zum Schluss und nicht gehen bis hier alles fertig ist!" Nachdem sie das gerufen hatte, war ihr wohler. Keuchend erreichte sie mit ihren kleinen Beinchen die oberste Stufe und ging ängstlich weiter durch den stockdunklen Flur.
Am ganzen Körper zitternd öffnete Tuffi die Tür, die knarrend aufging
Auch in dem Zimmer war es stockdunkel, ein Zischen war zu hören und es
roch merkwürdig. Dann spürte das verängstigte Hamstermädchen etwas
Hartes unter ihrer Pfote. Das Feuerzeug! Sie hob es auf und lief in den
Flur hinaus. Schwer atmend beschloss sie, das Feuerzeug als Licht zu
benutzen und wieder in den dunklen Raum hinein zu gehen. Vorsichtig
öffnete sie die Tür und hielt das Feuerzeug wie eine Kerze vor sich.
"Dieser Geruch", dachte sie, "wo habe ich den schon mal gerochen? War
das nicht auf ihrem allerersten Einsatz kurz bevor Bauleiter Murksel
ins Krankenhaus musste, weil eine Gasexplosion..."
Tuffi blieb
erschrocken stehen und dann geschah es: mit einem lauten "Wumm" kam ihr
die Tür entgegen und sie flog rückwärts die Treppe hinunter. Laut
quiekend kullerte sie Stufe um Stufe bis in den Keller hinunter, doch
das war ihre Rettung, denn über ihr schien das ganze Gebäude der
Hamstischen Stromwerke in die Luft zu fliegen.

Noch 'n Exklusivbild: Reparaturhamster bei der Arbeit photographiert! Lesen Sie alles über diese Katastrophe!
Der Bürgermeister wollte gerade eine Rede halten, als Bauleiter Murksel rief: "Da ist sie ja! Da ist Tuffi!"
Tuffi geriet in Panik, was war los? Was hatte sie angestellt? Da schoss
ihr plötzlich der schlimme Verdacht durch den Kopf, dass die Explosion
der Hamstischen Stromwerke und der Stromausfall in Hamsterhausen etwas
mit ihr zu tun haben könnte!
"I-ich werde Morgen alles reparieren", rief sie und Tränen schossen ihr in die Augen.
"Und wir helfen alle mit!" riefen die Hamster der Feuerwehr und des THÜV. Dann begannen plötzlich alle Hamster laut "Tuffi, Tuffi!" zu rufen, ein paar nahmen Tuffi und warfen sie immer wieder in die Luft, während der Bürgermeister mit seiner Rede begann. Wie durch einen Schleier nahm der kleine Reparaturhamster 3. Klasse die Worte des Bürgermeisters wahr:
"Durch den mutigen Einsatz eines einzelnen Hamstermädchens wurde unser
schönes Hamsterhausen vor der gefährlichen Killer-Pfannkuchen-Maschine
gerettet. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass der Verstand eines
Hamsters über die rohe Kraft triumphiert. Es war eine geniale Idee,
einfach den Strom auszuschalten. Aus diesem Grunde freue ich mich,
liebe Tuffi, dir den Orden eines Reparaturhamsters 1. Klasse zu
verleihen und ich möchte in dieser Rede auch noch einmal ausdrücklich
darauf hinweisen....."
Den Rest der Rede bekam Tuffi nicht mehr mit. Sie starrte mit großen
Augen auf den halben Weihnachtsbaum und wusste, dass es Heute das
schönste Weihnachtsfest ihres Lebens war.
Frohe Weihnacht und frohe Ostern!
