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Hamsterblatt -Unabhängige Zeitschrift für den modernen Hamster
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Ausgabe Nr. 1 |
Der Skandal
von
Hamsterhausen
-
Lesen sie alles ausführlich in
dieser Ausgabe!


Bommel nieste und seine Zeitung flog im hohen
Bogen
fort.
Mit tränenden Augen wollte er aufstehen, doch Elfriede
war schneller.
Sie sammelte die verstreute Zeitung ein und schob mit dem
Fuß heimlich
einen Teil der Zeitung unter das Sofa.
"Wieso habe ich so ein verdammtes
Rüsseljucken", fragte
Bommel, "es sind doch wohl nicht etwa Hamster im Haus?"
"Hamster? Wie kommst du denn darauf, Papi?"
Elfriede seufzte. Das kann nicht mehr lange gut gehen,
dachte sie. Hoffentlich findet Papi den Bericht über den
Bankskandal in
Hamsterhausen nicht.
Was war los? Blicken wir ein paar Wochen
zurück,
genauer gesagt, nach Hamsterhausen.
Wo liegt aber Hamsterhausen? keiner weiß es genau. Daisy
war der festen
Ansicht, es gäbe einen geheimen Tunnel im Zauberwald,
über den die
Hamster gekommen waren.
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| Einkaufen nur bei Schuhhaus Hasi! | |
In Hamsterhausen jedenfalls herrschte
große Aufregung, denn
dort war eine Bank eröffnet worden. Alle Hamster waren
nun sicher, dass
sie reich werden würden, denn bei einer Bank bekam man
doch Geld, oder?
Die Bank gehörte Carlo Miesepeter, einem sehr, sehr
reichen Mann. Die
Hamster waren wie gesagt zuerst begeistert, als sie Geld von
der Bank
erhielten und dafür nur ein lächerliches, kleines
Stück Papier
unterschreiben mussten. Da die meisten Hamster sowieso nicht
lesen
konnten, interessierte es sie auch nicht, was auf dem Papier
stand.
Jedenfalls konnten sie sich endlich genug Futter kaufen und
allen ging
es gut. Immer mehr Hamster strömten jeden Tag in die Bank
von
Hamsterhausen und Herr Miesepeter brauchte dringend
Verstärkung. So
wurden einige Hamster als Bankangestellte eingestellt. Doch
schon nach
ein paar Wochen war alles vorbei. Keiner hatte noch
Überblick, wie viel
Geld da war und überhaupt war es ein totales
Durcheinander.
Carlo Miesepeter tobte vor Wut. Zusammen mit Dr.
Winkelmann, seinem Berater und Anwalt, saß er in seinem
Büro und
überlegte, was zu machen sei.
"Wie kam es denn zu der Pleite?" wollte der Anwalt Dr.
Winkelmann von Herrn Miesepeter wissen.
"Dummheit", fluchte Carlo Miesepeter, "verfluchte
Dummheit. Ich habe Leute gesucht, die in meiner Bank arbeiten
sollten
und es kamen ganz viele Hamster. Natürlich habe ich
geprüft, ob die
etwas von Geldgeschäften verstehen."
"Und", fragte Dr. Winkelmann, "wussten sie etwas?"
Carlo Miesepeter zog an seiner dicken Zigarren, blies
den Rauch in die Luft und erzählte mit wütendem
Gesicht weiter.
"Klar, die Hamster erzählten etwas von Devisenkursen,
Aktien und Euroumrechnung. Ich habe natürlich gedacht,
die wissen, was
damit gemeint ist. Einige haben auch immer wieder etwas von
Profi-Haartrockner gesagt, aber ich hatte keine Ahnung, was
die damit
meinten. Jedenfalls kannten die Hamster so viele Worte, dass
ich
dachte, es sind Fachleute."
"Profi-Haartrockner?" fragte Dr. Winkelmann.
"Ja, Profi-Haartrockner, Euroumrechnung und so weiter.
Alles konnten sie sagen, aber sie hatten keine Ahnung, was das
ist!"
"Sie haben also Idioten eingestellt?"
Dr. Winkelmann sah Herrn Miesepeter mit festem Blick an:
"Ich übernehme jetzt die Sache, denn schließlich
bin ich ihr Berater
und Anwalt. Als
erstes werden wir diese komischen Hamster, die so getan haben,
als wenn
sie etwas vom Bankgeschäft versehen, dafür
bestrafen."
"Aber das können sie doch nicht machen,"
stöhnte Herr
Miesepeter.
"Doch, ich kann", sagte Dr. Winkelmann. "Als ihr
Berater und Anwalt muss ich das, schließlich haben sie
einen Vertrag
mit mir, in dem ich ihre Interessen wahren soll, schon
vergessen?"
Carlo Miesepeter rutschte unruhig auf seinem
großen
Sessel hin und her, als Dr. Winkelmann fortfuhr:
"Und nun holen sie mir mal den Chef der Hamster rein,
ich habe ein paar Fragen an ihn."
Herr Miesepeter drückte auf einen Knopf und
sprach in
ein Mikrofon: "Purzel, bitte komm doch mal zu mir!"
Nach ein paar Minuten kam ein Hamster mit einem
Bleistift hinter dem linken Ohr herein und sah die beiden
Männer
aufmerksam an.
"So, so, Herr, äh, Purzel", begann Dr.
Winkelmann und
sah auf den kleinen Hamster herab, "wie viel
Umlaufvermögen haben wir
denn in unserer Kasse?"
Purzel nahm den Bleistift, kritzelte etwas auf
den
Teppich und sprach:
"gnunchermuoruE, nehelraD, renckortraaH-iforP!"
Dr. Winkelmanns Augen wurden immer
größer. "Wie bitte?
Was?"
"Das ist hamstisch", erklärte Herr
Miesepeter, "das
bedeutet Euroumrechnung, Darlehen, Profi-Haartrockner!"
"Aber das ergibt doch keinen Sinn", schimpfte
der
Anwalt.
"negömrevfualmU, egapemoH!" fuhr Purzel
fort.
"Umlaufvermögen, Homepage!" übersetzte
Herr Miesepeter.
"Ich hab's doch gesagt," fuhr er fort, "keine Ahnung haben
die. Ein
paar tolle Worte können sie aber sonst nichts, gar
nichts!"
Dr. Winkelmann wandte sich wieder an den
Hamster:
"Wie viel Geld ist noch in der Kasse?"
Purzel kritzelte wieder etwas auf den Teppich,
diesmal
recht viel und als der Teppich nicht mehr ausreichte, fing er
an, auf
dem Schuh von Dr. Winkelmann weiterzukritzeln.
"Das reicht", schnauzte der, "ich will wissen,
wie viel
Geld noch da ist!"
Purzel steckte den Bleistift wieder hinter das
linke Ohr, putzte seine Barthaare und sagte:
"negömrevluaflmU, yrev doog, egapemoH,
renckortraaH-iforP
Carlo Miesepeter verdrehte die Augen, als er
übersetzte:
"Umlaufvermögen, very good, Homepage,
Profi-Haartrockner!"
"Raus!" krächzte Dr. Winkelmann, und trat
nach dem
Hamster, doch dabei blieb er an dem Teppich hängen und
krachte der
Länge nach hin. Purzel rannte quiekend zur Tür
hinaus, während Dr.
Winkelmann seinen teueren Anzug ansah und einen großen
Riss am Ärmel
feststellte. Wütend ging er auf Herrn Miesepeter zu.
"Wo sind die Zettel mit den Unterschriften der
Hamster?" schrie er und Carlo Miesepeter deutete auf den
Tresor.
"Dort drinnen," sagte er, "er ist offen, wir haben
sowieso kein Geld mehr."
Der Anwalt ging zum Tresor, nahm ein Bündel
Zettel
heraus, las sie durch und sagte:
"Sehr gut, jeder Hamster hat sich verpflichtet, das Geld
zurückzuzahlen. Sie haben alle unterschrieben, dass sie
uns gehören,
wenn sie nichts zurückzahlen können. Ich habe diesen
Vertrag selber
gemacht. Die Hamster haben keinen Chance mehr, sie
gehören uns und wir
können mit ihnen machen, was wir wollen. Als erstes
greifen wir uns die
Hamster, die das ganze Geld hier verpulvert und unser
Geschäft kaputt
gemacht haben!"
"Aber die Tierchen können doch nichts
dafür, dass sie
keine Ahnung von Bankgeschäften haben", stammelte Herr
Miesepeter.
"Egal," knurrte Dr. Winkelmann, "ich will Rache.
Die
Katzenpolizei soll alle Hamster, die in dieser Bank gearbeitet
haben,
einsperren. ich werde sie dann einen nach dem anderen fertig
machen.
Niemand ruiniert ungestraft meinen teueren Anzug!"
Purzel, der sich hinter der Tür versteckt
hatte,
unterdrückte ein entsetztes Quieken und rannte
schnurstracks los, um
seine Freunde zu warnen.
Nachdem Purzel alle Freunde, die in der Bank
gearbeitet
hatten, gefunden hatte, erzählte er von Dr. Winkelmann.
Er erzählte,
dass dieser Anwalt und Berater von Herrn Miesepeter nun das
Sagen hatte
und die Hamster fertig machen wolle.
"Wir müssen fliehen," meinte Flocki, "meine
Cousine
Flecki hat mir einmal etwas von einem Zauberwald erzählt.
Aber ich weiß
den Weg nicht."
"Wo steckt Flecki denn?" fragte Purzel.
"Ich glaube, in Australien", meinte Flocki, "kann aber auch in Syrien sein."
"Das hilft uns ja ganz toll", stöhnte
Purzel.
"Aber ich weiß was", meine ein rothaariger
Hamster
namens Knödel, "mein Freund Goldi hat mir einmal gesagt,
wir müssen bei
der alten Eiche hinter Hamsterhügel suchen. Dort soll ein
Höhleneingang
sein!"
"Worauf warten wir?", fragte Flocki.
"Knödel und ich
laufen schon vor, ich habe ganz viel Papierschnipsel bei mir,
die
hinterlassen wir als Wegmarkierung und ihr folgt uns dann."
Flocki und Knödel rannten los.
"Papierschnipsel? Wozu hat Flocki die denn?"
fragte
Wampi, ein etwas dickerer Hamster, der ständig an einer
Wurzel
knabberte.
"Keine Ahnung", meinte Purzel, "sie schnipselt
eben
ständig."
Nachdem Flocki und Knödel die alte Eiche
erreicht
hatten, machten sie sich auf die Suche nach dem verborgenen
Höhleneingang. Lange suchten und suchten sie und als sie
schon fast
aufgeben wollten, fanden sie den Eingang. Nun mussten sie nur
noch auf
ihre Freunde warten und die Reise konnte beginnen.
Als die Sonne langsam unterging, meinte Flocki:
"Mir
ist langweilig, lass uns wieder nachhause gehen."
"Das geht nicht", sagte Knödel, "wir
müssen auf unsere
Freunde warten."
"Aber mir ist kalt und der Eingang ist viel zu
dunkel
und überhaupt..."
"Sag doch gleich, dass du Angst hast", meinte
Knödel,
"aber guck mal, ich glaube, da kommen sie."
Tatsächlich kamen nun dreißig Hamster
des Weges. Sie
sahen müde und erschöpft aus.
"Tolle Idee mit den Papierschnipseln", japste
Wampi.
"Ja, echt genial", ergänzte Muffel, der
immer schlecht
gelaunt aussah.
Purzel kam nun und erklärte Flocki, dass
die ganzen
Papierschnitzel vom Winde
verweht worden waren und die Hamster dadurch einen Umweg nach
dem
anderen gegangen waren.

Nachdem sie sich ausgeruht hatten, ging es
hinein in
den Eingang zum Tunnel zum Zauberwald.
Zur gleichen Zeit hallte durch den Zauberwald
eine
Stimme:
"Mir ist kalt, mir tun die Füße weh, ich hab
Hunger!" jammerte Rosie
und blieb stehen.
"Wir sind ja bald wieder zuhause," stöhnte
Elfriede,
"nur noch 2 Kilometer, dann kannst du dich in die warme Stube
setzten
und futtern."
"Und die Hausaufgaben machen", fügte Berta
hinzu,
"bestimmt hat sie die wieder vergessen."
"Ich habe sie nicht vergessen", antwortete
Rosie, "ich
habe nur noch keine Zeit dazu gehabt. Außerdem sind
Hausaufgaben blöd."
Berta sah ihre Freundin verständnislos an:
"Blöd? Also
meine liebe Rosie, Hausaufgaben sind sehr, sehr wichtig. Ich
zum
Beispiel..."
Jenny hörte den beiden Schweinen nicht zu,
denn sie
hatte etwas beobachtet. Interessiert blickte sie zu einer
Schar von
Vögeln hin, die sich offensichtlich sehr aufregten. Ob
sie sich
stritten? Jenny stupste Elfriede und Daisy an und zeigte zu
den Tieren
hin.
Bernie, der ebenfalls aufmerksam wurde, zuckte mit den
Schultern:
"Die streiten sich um Futter, die dummen Vögel!"
Jenny schüttelte mit dem Kopf.
"Sieh doch mal genauer hin, Bernie, die Vögel sitzen auf
den Zweigen
und gucken zum Boden hin. Da muss etwas am Boden sein, was sie
nicht
kennen."
Unsere Freunde nickten einander zu und gingen in
Richtung der schimpfenden Tiere.
Die beiden streitenden Schweine blieben
zurück. Als sie
nur noch ein paar Schritte entfernt waren, stolperte Norbert
über eine
Baumwurzel und fiel hin. Laut plärrend blieb er auf dem
kalten
Waldboden liegen.
"Toll gemacht, Norbert", grinste Bernie, "die
Vögel
kommen so schnell nicht wieder!"
Während er Norbert wieder auf die Beine
half und ihn
tröstete, waren die Mädchen an der Stelle
angekommen. Sie knieten
nieder und wussten zunächst nicht, was sie sagen sollten.
"dlawrebuaZ?"
Unsere Freunde wichen vor Schreck einen Schritt
zurück.
Sprechende Hamster!
"ollaH!
renckortraaH-iforP!"
"Das muss hamstisch sein", keuchte Elfriede,
"das habe
ich schon mal irgendwo gehört. Jenny, kannst du sie
verstehen?"
Jenny trat vor.
"Mal überlegen, wie war das noch? Irgendeinen Trick gab
es doch dabei, aber ich komme nicht mehr darauf."
Inzwischen hatten auch die beiden Schweine aufgehört zu
streiten und näherten sich neugierig.
"Aha", grunzte Rosie, "Hamster!"
"ahA! ahA!
dlawrebuaZ?"
"Drzilaba?" Rosie starrte den Hamster an, der
das
gesagt hatte. Dann zeigte Rosie auf sich:
"Rosie!"
"eisoR?"
"Nicht Rasierer, Rosie! Ich bin R o s i e!"
"eisoR!"
Rosie wurde langsam wütend.
"Willst du Ärger?"
"renckortraaH-iforP!"
Jenny schob das Schwein zu Seite.
"Lass mich mal, ich glaube, ich hab's", sagte sie und
beugte sich zu den kleinen Hamster.
"ollaH ud retsmaH!" begann Jenny, drehte sich zu ihren
Freunden um und sagte leise: "Das heißt 'Hallo du
Hamster' auf
hamstisch."
Auf einmal begannen die kleinen Tiere zu jubeln.
Unsere
Freunde atmeten
auf. Sie hatten es geschafft, sie konnten sich nun mit den
neuen
Freunden verständigen.
Da es um diese Jahreszeit noch recht kalt im
Zauberwald
war, beschlossen unsere Freunde, zunächst einmal in das
Haus von
Elfriedes Eltern zu gehen.
Zum Glück waren ihre Eltern bei Tante
Ottilie zu
irgendeinem Kuchenessen gegangen. Bruno war auf Klassenreise
und somit
hatten sie für die nächsten Stunden eine sturmfreie
Bude. Die Hamster
wurden erst einmal in das leerstehende Zimmer von Bruno
einquartiert.
"Bruno kommt erst nächste Woche wieder",
erklärte
Elfriede, "bis dahin kommt keiner von meinen Eltern in sein
Zimmer.
Mein Papi sowieso nicht, denn neulich ist er auf eines von
Brunos Autos
gelatscht und ist damit bis in den Kleiderschrank gerutscht.
Der hat
vielleicht geschimpft!"
Nachdem die Unterkunft der Hamster gesichert
war, hieß
es für unsere Freunde lernen. Um die Hamster verstehen zu
können,
musste jetzt die Hamstersprache gelernt werden. Jenny gab den
Unterricht:
"Also, in der Hamstersprache wird alles
rückwärts
gesprochen, nur 'ch' darf als 'ch' gesprochen werden, bei 'tz'
muss
gedreht werden, also aus 'Satz' wird ztaS und aus 'ich' wird
'chi'. Das
'ck' darf zusammenbleiben, kann aber auch gedreht werden. In
Hamsteriran wird es nicht gedreht, in Hamsterhusen wird es
gedreht.
Rosie, wie heißt 'Jacke' auf hamsterhusisch?"
"Öh, äh - Jacke?" wiederholte Rosie
und überlegte.
"Ich glaube, das heißt 'eckaJ'".
"Falsch, sagte Jenny, so heißt es in
Hamsteriran.
"Bertha?"
Bertha räusperte sich.
"Es muss natürlich 'ekcaJ' heißen, da das 'ck' in
Hamsterhusen gedreht wird,
das weiß doch jedes Schwein, jedenfalls fast jedes!"
Und so ging der Unterricht weiter und weiter bis
unseren Freunden die Köpfe rauchten. Schließlich
hatten sie es
geschafft und nach 2 Tagen konnten sich mit den Hamstern
fließend
verständigen.
Purzel erzählte nun die ganze Geschichte
und unsere
Freunde hörten schweigend zu, wie die Hamster aus ihrer
Heimat flüchten
mussten und nun nicht mehr zurück konnten.
"Aber was das Schlimmste ist", jammerte Flocki,
"unsere
Freunde zuhause werden ganz bestimmt furchtbar leiden
müssen. Bestimmt
hat sie der böse Anwalt gezwungen, in den Bergwerken von
Hamsterqualle
zu schuften. Da müssen sie bestimmt Gold für ihn
suchen."
"Genau", meldete sich nun Knödel, "er will
sein Geld
wiederhaben und lässt unsere Freunde jetzt Tag und Nacht
arbeiten, bis
sie umfallen."
"Wir können ihnen sowieso nicht helfen, es
ist alles
sinnlos. Wir haben keine Chance gegen den Anwalt."
"Doch, Muffel." Elfriede war aufgestanden und
sah
Muffel an.
"Wir können es schaffen und wir werden es schaffen,
aber erst einmal müssen wir nach Hamsterhausen kommen."
Purzel sprang vor Freunde an Elfriede hoch, als plötzlich
Bommel ins
Zimmer trat. Vorsichtig ging er über den Fußboden,
immer schön darauf
achtend, nicht auf ein Auto zu treten. Die Hamster hatten sich
blitzschnell unter Brunos Bett verkrochen, nur Purzel nicht.
Purzel saß
in Elfriedes Armen und starrte Elfriede an. Elfriede starrte
Bommel an
und Bommel starrte Elfriede an. Fast eine Minute lang sagte
keiner ein
Wort, dann fing Elfriede an:
"Niedlich, nicht wahr, Papi? Das ist jetzt der
allerneueste Hit, ein sprechender Hamster mit Batterie!"
"Oho", begann Bommel, "ein sprechender Hamster!
Wie
heißt du denn?"
"ohO! ohO!"
antwortete Purzel.
Überrascht trat Bommel zurück
"Was das nicht alles gibt", brummte Bommel und
wandte
sich wieder an Elfriede.
"Was ich noch sagen wollte: wir übernachten bei Tante
Ottilie und ich
wollte den Wagen hier lassen. Bestimmt kommen wir Morgen erst
recht
spät zurück, also benehmt euch anständig!"
Bommel ging ohne vor seine Füße zu
gucken zu Tür
hinaus, als Elfriede ihm nachrief "Pass auf, Papi, auf dem
Flur liegen
Brunos Autos....."
Ein lauter Schrei Bommels unterbrach sie.
"Ahhhhhhh, neeeein...", DONG, DONG, DONG... Elfriede
zählte:
"12 Mal Dong, jetzt ist er bei der letzten Stufe angekommen!"
"gnoD?"
fragte
Knödel.
"Ja", antwortet Jenny, "für jede Stufe
einen Dong!"
Nachdem Bommel sich ja nun verabschiedet hatte
und
geräuschvoll die Haustür mit lautem Fluchen
geschlossen hatte, kam
Elfriede auf ihre Idee zurück: "Also müssen wir nach
Hamsterhausen".
Alle nickten, doch Purzel schüttelte seinen
kleinen
Kopf.
"Ihr kommt nicht durch den Höhleneingang,
ihr seid viel
zu groß."
Nun war guter Rat teuer. Nachdenklich
saßen unsere
Freunde auf dem Fußboden und überlegten, doch es
wollte ihnen nichts
einfallen.
Schließlich meldete sich Rosie zu Wort:
"Wie sind denn der Dings und der andere Dings dahin gekommen?"
Berta glotzte sie verständnislos an.
"Kannst du dich mal klarer ausdrücken? Welcher Dings und
welcher andere
Dings?"
"Sie meint Carlo Miesepeter und Dr. Winkelmann",
erklärte Daisy.
"Ja, überhaupt", Elfriede sah die Hamster an, "wie
konnten die zu euch nach Hamsterhausen kommen?"
"Na, mit einem Auto", erklärte Muffel, "die haben die
Barriere durchbrochen.
Es ist nämlich so: wenn man aus Hamsterhausen heraus
will, geht das nur
mit sehr hoher Geschwindigkeit. Mit einer Rakete oder einem
schnellen
Auto zum Beispiel. Du rast auf das große Gebirge bei
Hamsterhügel zu.
Wenn die Geschwindigkeit groß genug ist, kannst du an
der Stelle durch
das Gestein einfach hindurchfliegen."
"Genau", ergänzte Flocki, "Miesepeter und
sein Anwalt
sind nämlich mit einem dicken, schnellen Wagen
hineinkommen!"
Elfriede überlegte und ging im Zimmer hin
und her. Sie
blickte an die Decke, dann zu ihren Freundinnen, dann zu den
Hamstern
und schließlich aus dem Fenster.
"Wir könnten den Wagen von meinem Papi nehmen..."
"Die lahme Krücke?" Bernie schüttelte den Kopf.
"Ich könnte ja dran schrauben", grunzte
Rosie,
"vielleicht wird er dann schneller."
Keiner antwortete und Berta rümpfte
verächtlich die
Nase.
"Lieber binde ich mich an eine Sylvesterrakete,
als den
Wagen von dir schneller machen zu lassen!"
"Das ist die Idee", meldete sich Bernie, "wir
beschleunigen die alte Kiste von Bommel mit Sylvesterraketen!"
Im Nu hatte Elfriede einen Karton aus der
Küche geholt.
Die dreißig Hamster stiegen hinein und Bernie trug den
Karton zum Auto.
Rosie setzte sich ans Steuer und als alle Platz genommen und
sich
angeschnallt hatten, ging es los.
"Äh, wohin fahre ich denn jetzt?" fragte
Rosie und
bekam einen roten Kopf.
"Zu Professor Hastig natürlich, der kennt
sich mit
Raketen am besten aus."
Rosie nickte Elfriede zustimmend mit dem Kopf
und gab
Gas. Vorsichtig fuhr sie den Wagen aus der Parkbucht und
näherte sich
langsam einer roten Ampel. Nach der großen Kreuzung kam
die nächste
rote Ampel und wieder hielt Rosie brav an.
Ihre Freunde guckten sie verwundert an und Berta
rief:
"Na also, wenn du weiter so fährst, kommen
wir alle
lebend an!"
Rosie sagte nichts, sondern fuhr langsam
Richtung
Stadtgrenze weiter. Als sie auf der Landstraße waren,
pfiff Rosie kurz
und sagte:
"Na endlich, ich habe schon gedacht, der Polizeiwagen
fährt uns bis zum Leuchtturm nach - auf geht's!"
Die Reifen quietschten, Berta kreischte und die
Hamster
fiepten vor Schrecken, als der Wagen plötzlich
beschleunigte und mit
Höchstgeschwindigkeit über die Landstraße
brauste. Fröhlich sang Rosie
"Country Roads", als sie mit hohem Tempo durch die Kurven
raste. Nach
ein paar Minuten sahen unsere Freunde zu ihrer Erleichterung
den
Leuchtturm von Professor Hastig näher kommen.
Gleich würde Rosie herunterbremsen müssen und nach
links abbiegen, dachten alle, doch es kam anders.
"Heute ist Tag der offenen Düne!" rief
Rosie und lenkte
den Wagen scharf nach links über die Dünen hinweg.
Mit Vollgas raste
sie über die hügelige Dünenlandschaft und immer
wieder kreischten ihre
Freunde auf, als der Wagen für ein paar Sekunden durch
die Luft flog.
Schließlich gab es einen dumpfen Knall und der Wagen
steckte auf einer
großen Sanddüne fest. Die Räder hingen vorne
und hinten in der Luft und
die Reise war beendet. Mit wackeligen Beinen stiegen alle aus,
nur
wenige Schritte von dem Leuchtturm entfernt. Es dauerte ein
paar
Minuten, bis sie losgingen, denn die Hamster waren alle im
Wagen
verteilt und mussten erst eingesammelt werden.
Als sie den Leuchtturm betraten, standen sie vor
einer
unbekannten, neuen Tür.
"Ein Fahrstuhl", stellte Bernie fachmännisch fest. Er
drückte auf einen Knopf und unsere Freunde sahen
gespannt, dass die
Lichter an der Armatur des Fahrstuhls wild zu leuchten
begannen. Ein
Rauschen und Pfeifen waren zu hören und es krachte laut.
Die Tür
öffnete sich langsam und Professor Hastig lag auf dem
Boden des
Fahrstuhls. Es rauchte und überall lagen Trümmer
herum.
"Noch nicht ganz ausgereift das gute Stück,
Herr
Professor!" grinste Elfriede und half ihm auf die Beine.
"D.. die Hy.. Hydraulik hakt noch ein bisschen",
stammelte der Professor und klopfte seinen schmutzigen Kittel
ab, "wir
g.. gehen b.. besser zu fuß."
Nach 365 Stufen waren alle recht erschöpft
und nachdem
sie sich ausgeruht hatten, erzählte Jenny dem Professor,
was passiert
war. Als sie von der Idee mit dem Raketenauto erzählt
hatte, setzte
sich der Professor an seinen Schreibtisch, machte eine
Zeichnung und
begann zu rechnen.
"Da.. das könnte kla.. klappen, wie d..
dick ist denn
die G.. Gesteinsschicht?" fragte er und sah Purzel an.
"52 reteM!" fiepte Purzel.
"Retem?" fragte der Professor.
"Meter!" erklärte Daisy.
Professor Hastig begann zu rechnen. Er hatte
einen
großen Stapel Papier vor sich liegen und Seite für
Seite füllte er mit
Zahlen und Formeln. Nach einer Stunde stand er auf, ging in
sein Labor
und kam mit 4 Metallrohren unter dem Arm zurück und legte
sie auf den
Tisch.
Neugierig betrachteten unsere Freunde die Rohre.
Sie
waren einen halben Meter lang und so dick, dass ein Tennisball
hineingesteckt werden konnte. Nach ein paar Minuten kam
Professor
Hastig mit einem Eimer und stellte ihn neben die Rohre.
"Puuh, stinkt das." Berta guckte angewidert auf
den
Eimer. "Was ist das für ein ekelhaftes Zeug, Herr
Professor?"
"Magnesiumkarbonat und Geheimpulver, d.. das
wird die
Raketen antreiben. Lasst uns j.. jetzt alles nach unten tragen
und
anbauen", schlug der Professor vor. Dann nahm er den Eimer mit
dem
Raketenantrieb, Bernie und Jenny klemmten sich die Rohre unter
den Arm
und alle gingen zusammen die Treppe hinunter zum Strand. Dort
angekommen blickte der Professor erstaunt auf den Wagen, der
mit den
Rädern in der Luft auf einer Sanddüne stand.
"Ihr ha.. habt eine komische Art zu parken,
wisst ihr
das?" bemerkte er und sah sich den Wagen genau an. Dann nahm
er das
erste Rohr und hielt es an den vorderen linken Kotflügel
des Autos. Er
gab Bernie ein paar Handschuhe, die er mitgenommen hatte und
bat ihn,
das Rohr festzuhalten. Mit einem kleinen
Schweißgerät fing er nun an,
das Rohr fest an dem Kotflügel anzuschweißen. Als
er mit dem Ergebnis
zufrieden war, ging es weiter mit dem rechten Kotflügel.
Nach einer
halben Stunde waren die restlichen Rohre an den hinteren
Kotflügeln
angebracht und unsere Freunde sahen staunend, wie sich Bommels
alter
Wagen in ein Raketenauto verwandelt hatte.
"Uih", staunte Rosie, "ich kann das gar nicht
abwarten,
damit zu fahren! Aber wie kriegen wir den Wagen von der
Düne runter?"
"A.. also, du wirst den Wagen nicht f.. fahren,
ddd..
das mache ich lieber." stellte der Professor fest.
"Dann komm ich nicht mit und komme
überhaupt nie wieder
mit!" jammerte Rosie laut.
"N.. na gut, du darfst ihn von der D.. Düne
herunterfahren, aber nach Hamsterhausen fahre ich,
verstanden?"
Rosie nickte und stieg in den Wagen. Der
Professor nahm
etwas Pulver aus dem Eimer und füllte in jeder der 4
Rohre etwa eine
Handvoll. Nun befestigte er an jedem Rohr einen Draht, wobei
alle
Drähte mit einem Schalter verbunden waren.
Er gab Rosie den Schalter und sagte:
"W.. wenn du bereits bist, musst du den Schalter umlegen."
Dann ließ der Professor alle unsere
Freunde
zurücktreten und nickte Rosie zu. Rosie legte den
Schalter um, das
Pulver entzündete sich und mit einem fauchenden
Geräusch begann der
Wagen zu vibrieren. Dann zischte er wie eine Rakete ab in
Richtung
Strand und mit einem lauten Klatschen landete der Wagen im
Meer.
"W.. war wohl doch z.. zuviel Pulver", stellte
der
Professor fest, als sie zum Wasser liefen, um Rosie zu retten.
Nach ein paar Minuten hatten sie die schimpfende,
klatschnasse Rosie aus dem Wasser befreit und schoben den
Wagen wieder
an Land. Rosie wurde noch abgetrocknet und endlich ging es los
zum
Zauberwald.
Die Tiere im Zauberwald vergaßen diesen
Tag nicht so
schnell. Schließlich kommt es nicht oft vor, dass ein
Raketenauto
voller johlender Kinder und fiepender Hamster den Wald
durchquert. Als
sie sich der Lichtung mit dem Hexenhaus näherten,
ließ der Professor
die Raketen kurz zünden und mit einem Höllentempo
rasten sie dicht am
Hexenhaus vorbei. Die Hexe, die sich gerade eine Schleimsuppe
kochte,
wurde völlig überrascht, als ihr der Kochtopf vom
Herd flog.
"Ich glaube, die hat jetzt kein Dach mehr",
stellte
Bernie grinsend fest und weiter ging die wilde Fahrt bis hin
zu der
Stelle, an der die Hamster durch den Geheimgang in den
Zauberwald
geflüchtet waren. Direkt dahinter was ein hohes
Felsengebirge. Der
Professor stieg aus und füllte die Raketen neu auf. Immer
wieder
kontrollierte er genau die Menge.
Ungeduldig warteten unsere Freunde und Berta
fragte
leise:
"Warum geht denn das noch nicht los?"
Bernie grinste.
"Wenn der Professor zuviel Pulver nimmt, fliegen wir gleich
bis
Hamsterqualle durch. Abgesehen davon, dass der Wagen dabei
zerlegt
wird, möchte ich nicht wissen, ob wir das überleben.
Wenn er zu wenig
nimmt, dann bleiben wir womöglich im Gebirge stecken."
"B.. Bitte einsteigen und fest anschnallen",
rief
Professor Hastig in diesem Moment. "Denkt auch dd... dran, die
Hamster
gut zu verpacken."
Endlich war es soweit. Der Professor sah sich um
und
fragte: "Alles k.. klar?"
Dann legte er den Schalter um und hörte gerade noch, wie
Elfriede lauf
rief:
"Halt! Ich glaube, wir haben doch einen Fehler gemacht...",
der Rest
ihrer Worte gingen im Getöse der Raketen unter.
Zunächst bewegte sich der Wagen ganz
langsam, doch dann
schoss er vorwärts und verschwand im Felsgestein des
Gebirges. Fauchend
schoss das Auto vorwärts und unsere Freunde hielten den
Atem an. Um sie
herum war es für einen Moment stockdunkel, dann wurde es
schlagartig
wieder hell, als sie aus dem Felsgestein heraustraten und
über
Hamsterhügel hinwegflogen. Bäume und Büsche
flogen an ihnen vorbei, die
Landschaft bewegte sich rechts und links in atemberaubender
Geschwindigkeit und alle hielten den Atem an. Die Hamster
hatten schon
lange aufgehört zu fiepen und kuschelten sich
ängstlich aneinander.
Immer weiter ging der wilde Flug, bis in der Ferne ein
Hügel
auftauchte. Der Wagen schoss wie eine Rakete auf ihn zu. Der
Hügel
schien immer größer zu werden bis sich der Wagen
fauchend in ihn
bohrte. Ein paar Minuten war alles ganz still, dann war Bertas
spitze
Stimme zu hören:
"Das stinkt ja abartig hier? Wo sind wir?"
Die Hamster kamen unter den Sitzen
hervorgekrochen. Sie
stellten sich auf die Hinterbeine und Flocki rief:
"Das ist die Mülldeponie von Hamsterqualle!
Wir sind im
Müllberg gelandet!"
"Das verstehe ich nicht", grummelte Professor
Hastig,
nachdem Jenny übersetzt hatte, "so weit hätten wir
niemals fliegen
dürfen."
"Ich glaube, ich weiß warum", meldete sich
Elfriede.
"Purzel sagte 52 reteM und sie, Herr Professor, haben dann
für 52 Meter
Raketenbrennstoff geladen."
"Äh, j.. ja, ja, das stimmt."
"Wir haben nur vergessen, dass auf hamstisch auch die Zahl rückwärts gelesen werden muss, also 25 Meter. Sie haben also doppelt soviel Treibstoff wie nötig in die Raketen geladen."
"T.. tut mmm... mir leid", stotterte der
Professor,
"aber in welche Richtung müssen wir denn jetzt weiter?"
"Nach Nord-Ost", rief Knödel, "die Bank von
Hamsterhausen liegt in Hamsterhusen."
Unsere Freunde schoben den Wagen aus den
Müll heraus
und fuhren vorsichtig weiter. Die Straßen in
Hamsterhausen waren für
den Wagen viel zu klein und zu schmal, deshalb kamen sie nur
langsam
voran. Schon bald erreichten sie ihr Ziel. Hamstercity, der
Stadtteil
in dem die Bank stand, bot ihnen ein erschreckendes Bild.
Überall waren
Hamster zu sehen, die viel zu schwere Karren hinter sich
herzogen.
Viele von ihnen schleppten Säcke und überhaupt war
es ein Bild des
Jammers. Struppiges Fell und völlig abgemagert, das war
aus den armen
Hamstern geworden.
"Entsetzlich," stellte Rosie fest, "die armen
Tiere
müssen so schwer arbeiten."
"Und zu essen kriegen sie scheinbar auch
nichts",
stellte Muffel fest. "Bestimmt sind viele von ihnen schon
zusammengebrochen."
Purzel hielt einen Hamster, der eine schwere
Karre
hinter sich her zog fest und sprach mit ihm. Danach wandte er
sich an
unsere Freunde und sagte entsetzt:
"Er hat seit Tagen nichts mehr zu essen bekommen, weil in dem
Sand, den
er in die Bank schleppt, nicht genug Goldstaub ist."
"Es reicht", rief Elfriede so laut auf
hamstisch, dass
es alle hören konnten.
"Schluss jetzt mit der Arbeit, wir schnappen uns
diese
Kerle!"
Wütend stürmte Elfriede in die Bank.
Ihre Freunde
folgten dicht hinter ihr.
Sie waren gerade in die Eingangshalle
gestürmt, als sie
erschrocken stehen blieben. Vorne stand Carlo Miesepeter und
war damit
beschäftigt, die Sandsäcke der Hamster auf Goldstaub
zu prüfen. Ein
paar Meter dahinter war eine Marmortreppe. Oben am Ende der
Treppe saß
der Anwalt Dr. Winkelmann in einem vornehmen Sessel, wie auf
einem
Thron. Doch was unsere Freunde so sehr erschreckte, befand
sich am Fuß
der Treppe. Zwei riesige Katzen funkelten sie mit einem
gefährlichen
Blick an. Sie reckten den Freunden ihre gefährlichen
Krallen entgegen
und fauchten laut.
"Oh, Besuch", stellte Dr. Winkelmann mit einem
hinterhältigen Lächeln fest, "ich nehme an, sie sind
nicht angemeldet."
"Sie Mistkerl", rief Berta, "was haben sie mit
den
armen Hamstern gemacht?"
"Gemacht? Sie haben einen Vertrag
unterschrieben. Wenn
sie mir mein Geld nicht zurückzahlen, werden sie es
abarbeiten, bis sie
umfallen."
Der Anwalt lachte laut und gemein. Dann schnippte er
mit den Fingern und die riesigen Katzen schlichen langsam auf
unsere
Freunde zu. Der Anwalt erhob sich und ging langsam hinterher.
"Raus aus meiner Bank, sonst macht ihr mit meinen
Kätzchen
Bekanntschaft!"
Unsere Freunde gingen rückwärts aus der Bank, bis
sie
an ihrem Wagen angekommen waren. Als sie alle vor der Bank
standen,
warf Dr. Winkelmann einen verächtlichen Blick auf den
Wagen und grinste:
"Das Geniale an mir sind meine guten Ideen. Ihr werdet jetzt
alle in
den Kofferraum kriechen. In dem Eimer auf dem Rücksitz
ist wohl das
Pulver für euren komischen Raketenantrieb. Wenn ihr im
Kofferraum seid,
nehme ich das Pulver und schieße euch zum Mond."
Aus seiner Jackentasche holte er ein Bündel
Papier.
"Das sind die Verträge. Die dummen Hamster haben alle
unterschrieben
und das werden sie teuer bezahlen! Los, einsteigen in den
Kofferraum!"
Zögernd gehorchten unsere Freunde.
Professor Hastig
stieg zuerst ein, dann die beiden Schweine... Moment! Wo war
Rosie
geblieben? Berta wollte gerade etwas sagen, doch Elfriede
stieß sie mit
dem Ellenbogen in die Seite. Elfriede stieg als letzte ein und
versuchte, schnell wieder aus dem Kofferraum herauszuspringen,
doch
Anwalt Winkelmann hatte aufgepasst.
"Keine Tricks, marsch rein mir dir!"
Seufzend kletterte Elfriede in den Kofferraum.
Dieser
Anwalt war einfach zu schlau und passte gut auf. Ihre letzte
Hoffnung
war Rosie. Während der Anwalt und seine beiden
gefährlichen Katzen vor
dem Kofferraum standen, war Rosie mit den Nerven völlig
am Ende. Als
nämlich ihre Freunde in die Bank gestürmt waren,
hatte das hungrige
Schwein im Handschuhfach nach etwas Essbarem gesucht. Rosie
war gerade
dabei, eine Packung Kekse zu öffnen, als ihre Freunde
rückwärts aus der
Bank kamen. Als sie nun die gefährlichen Katzen sah, war
sie lieber im
Auto geblieben und lauschte mit klopfendem Herzen. Was tun?
Rosies
Gehirn arbeitete fieberhaft. Sie versuchte, langsam vom
Beifahrersitz
auf den Boden des Autos zu rutschen, doch sie verlor den Halt.
Sie
griff nach irgend etwas um sich festzuhalten, erwischte den
Schalter
für die Raketen und dann geschah es:
Es gab einen furchtbaren Knall, gefolgt von dem
Fauchen
einer startenden Rakete. Der Wagen machte einen Satz nach
vorne, dann
war wieder alles still.
Ängstlich guckte Rosie über den
Beifahrersitz nach
hinten. Durch die Heckscheibe des Fahrzeugs sah sie, was
geschehen war.
Dort stand Anwalt Dr. Winkelmann, neben ihm die Katzen. Sie
waren
schwarz wie die Nacht. Das Fell, die Krallen und die
Zähne der sonst so
gefährlichen Katzen waren durch die Hitze versengt. Dr.
Winkelmann
stand ohne Kleider da und in der Hand hielt er die Reste von
verbranntem Papier.
Vor der Bank stand Carlo Miesepeter und hielt
sich den
Bauch vor Lachen.
Als all die armen Hamster sahen, dass die
Raubkatzen
ihnen nicht mehr gefährlich werden konnten, griffen sie
an. Mit ihren
kleinen, spitzen Zähnen bissen sie den nackten Katzen
immer wieder in
den Hintern. Das gleiche machten sie mit dem Anwalt.
Elfriede, die inzwischen aus dem Kofferraum
gekrochen
war, rief:
"Ich glaube, ihre Verträge haben sich soeben in Luft
aufgelöst!"
Lachend sahen unsere Freunde, wie der fiese
Anwalt und
seine gemeinen Katzen rannten, so schnell sie konnten. Mit
letzter
Kraft erreichten sie ihren Wagen und brausten davon.
"Ich schätze, die werden sich hier nicht
mehr blicken
lassen." grinste Bernie.
Tja, liebe Leser, damit ist unsere Geschichte
eigentlich zu Ende. Ach ja, was wurde aus Carlo Miesepeter?
Nun, ihm
tat die ganze Sache unendlich leid. Zwar hatte er ja
tatsächlich
vorgehabt, die Hamster ein bisschen zu betrügen. Aber das
sein Anwalt
und Berater ein solch gemeiner Fiesling war, hatte ihm die
Augen
geöffnet. Carlo Miesepeter hatte zwar viel Geld verloren,
aber ein
armer Mann war er trotzdem nicht. Nachdem die Hamster ihm
verziehen
hatten, machte er ein Restaurant in Hamstercity auf. Alle
Hamster, die
schon vorher bei ihm in der Bank gearbeitet hatten, fanden
auch im
neuen Restaurant Arbeit.
Alle waren zufrieden.
Alle? Nun, zumindest fast alle. Bommel
jedenfalls
konnte sich nicht erklären, wieso er plötzlich zu
einem Raketenauto
gekommen war. Es dauerte auch recht lange, bis Elfriede ihren
Papi
überzeugen konnte, nun ein ganz besonders tolles Auto zu
haben.
Tatsächlich kam Bommel auf die Idee, es zu testen.
Heimlich stopfte er
eines Abends alte Feuerwerkskörper in die Rohre zu
stecken und sie
anzuzünden. Leider ging das völlig schief, denn auf
der linken Seite
zündeten die Knallkörper nicht und der Wagen drehte
sich wie ein
Propeller, hob ab und landete auf der Kreuzung wo Wachtmeister
Bertrams
gerade den Verkehr regelte. Es war nicht einfach für
Bommel, die
nächsten Wochen in Krankenhaus im selben Zimmer mit dem
Wachtmeister zu
verbringen. Bommel klingelten noch tagelang die Ohren von
dessen
Geschimpfe.
Unsere Freunde Elfriede, Jenny, Daisy, Susi,
Rosie,
Berta, Bernie und Norbert begannen, den Tunnel im Zauberwald
zu
vergrößern, damit sie so oft wie möglich
Hamsterhausen und ihre Freunde
besuchen könnten. Auch in Hamsterhusen, Hamsterqualle,
Hamsterhügel und
Hamsteriran haben sich schon viele Freiwillige gemeldet, die
mitmachen
wollen.
Aber davon wird vielleicht in der nächsten
Ausgabe des
Hamsterblattes berichtet.